Vor einigen Tagen wurde bekannt, daß der amerikanische Rommel-Film „Der Wüstenfuchs“ in Deutschland zunächst nicht gezeigt werden soll. Der Film befand sich bereits im Stadium der deutschen Synchronisierung. Die New York Times teilt jetzt die Hintergründe dieser Entscheidung mit. Vor allem hat das Hauptquartier der amerikanischen Truppen in Heidelberg entschieden, daß der Film den amerikanischen Soldaten nicht gezeigt werden soll. So wird auch die englische Version nicht nach Deutschland kommen. Wann der Rommel-Film in deutschen Kinos gezeigt werden soll, hänge von der „politischen Atmosphäre“ und von dem Ergebnis einer geplanten „Redigierung“ des Originals ab. Der Direktor der Public Affairs beim Hohen Kommissar, Shepard Stone, erklärte, er habe persönlich von dem Präsidenten der Filmgesellschaft, die den „Wüstenfuchs“ produziert hat, die Zusicherung erhalten, daß der Film nicht, wie ursprünglich vorgesehen, im Januar oder im Februar in Deutschland aufgeführt werde.

Aus all dem geht hervor, daß die amerikanischen Behörden eine Methode gefunden haben, die Aufführung amerikanischer Filme in Deutschland zu inhibieren Sie besteht darin, Abmachungen mit dem Produzenten zu treffen, da eine Kompetenz zur Zensur der Hohen Kommission nicht zusteht. Im Ergebnis kommt es aber auf dasselbe heraus. Der Grund des Verbots ist offenbar, daß man psychologische Wirkungen vermeiden will, die der Film hervorrufen könnte. Das ist aber auch seit je der Grund aller Filmverbote und Zensurmaßnahmen in den totalitären Staaten gewesen. F.