H. R. Berndorff: General zwischen Ort und West. (Hoffmann & Campe, Hamburg, 320 S., Leinen 12,50 DM.)

Hätte der Verlag statt des Titels „General zwischen Ost und West“ ganz einfach den Namen des Mannes, um den es sich handelt, auf den Buchumschlag gesetzt, so wäre vermutlich der Erfolg schon entschieden: Kurt von Schleicher. So aber bedarf es eines ausdrücklichen Hinweises, daß Hans Rudolf Berndorffs ungemein plastisch und lebendig geschriebene Biographie den letzten deutschen Kanzler vor Hitler schildert, seine problematische, aber auch sympathische Gestalt und sein verzweifeltes Bemühen, eine Kanzlerschaft Hitlers und damit das Unglück Deutschlands zu verhindern. Berndorff doziert nicht, er dokumentiert; er reiht gleichsam Szene an Szene, so daß sich eine an den Nerven spürbare Spannung ergibt, die den Leser von der ersten bis zur letzten Zeile fesselt. Berndorff polemisiert nicht, aber er führt beispielsweise Gespräche an, die nach dokumentarischen Belegen an bestimmten Orten und bestimmten Zeiten stattgefunden haben, und schon sind Persönlichkeiten in manchen ihrer charakteristischen Zügen entlarvt. So ergeht es Hindenburg, dessen Motto lautete „Die Treue ist das Mark der Ehre“ und der offensichtlich nur eins nicht konnte: treu sein. Doch nicht nur im Falle dieses letzten Reichspräsidenten, sondern auch in vielen anderen prominenten Fällen, in denen man während des „Dritten Reiches“ glaubte, einen Zusammenbruch der Persönlichkeit diagnostizieren zu müssen, zeigt sich, daß ein Bruch im innersten Wesen schon weit früher vorhanden war. Ehe Hitler ihn töten ließ, hat Schleicher mehrmals – und immer zu spät – erfahren müssen, daß er von Männern, an die er glaubte, verraten wurde. Er hatte – wie vor ihm Brünning – den menschlich so edlen Fehler, daß er einem gegebenen Wort vertraute. Darin liegt die Tragik dieses Lebensweges, den wir alle – wissend oder unwissend – begleitet haben. Josef Marein

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Das Himmelsjahr 1952., (Franckh’sche Verlagshandlung, Stattgart, 94 S., viele Abb.)

Das bewährte und beliebte astronomische Jahrbuch, das Anfängern und fortgeschrittenen Liebhabern der Sternkunde gleichermaßen nützlich ist, verzeichnet die Himmelsereignisse des kommenden Jahres und erklärt sie.

Zeit und Ewigkeit. Kalender für 1952. (Verlag Friedrich Middelhaus, Opladen, 3,– DM.)

24 Blätter mit figürlichen und Landschaftszeichnungen von Theodor Werner Schröder und von Paul Schaaf ausgewählten literarischen Kostbarkeiten aus den letztensdarei Jahrhunderten.