Die Bundesregierung veröffentlichte das Abkommen über die Abschaffung der Ruhrbehörde, das die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich und die Benelux-Länder am 19. Oktober 1951 in Paris paraphiert hatten. In diesem Abkommen haben sich, die drei Besatzungsmächte und die Benelux-Länder vorpflichtet, das Ruhrstatut und mit ihm die internationale Ruhrbehörde bei Inkrafttreten des Schuman-Planes abzuschaffen. Gleichzeitig sollen sämtliche Beschränkungen über die Höhe und die Art der deutschen Stahlproduktion aufgehoben werden.

In London spricht man von einer umfangreichen Neubesetzung des atlantischen Generalstabes zu Beginn des nächsten Jahres. Es wird angenommen, daß die beiden höchsten Posten des atlantischen Hauptquartiers demnächst frei werden könnten, wenn nämlich General Eisenhower für die Republikaner bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen kandidieren würde und wenn sein nächster Mitarbeiter, Feldmarschall Montgomery, den Posten eines Hohen Kommissars in Malaya offiziell annehmen sollte. Als Nachfolger Eisenhowers werden sein Generalstabschef Gruenther, der amerikanische Stabschef des Heeres, General Collins, und – falls der Krieg in Korea beendet wird – der Oberbefehlshaber in Korea, General Ridgway, genannt.

Seit Monaten wehrt sich der sowjetrussische Delegierte A. Soldatow in der UNO-Budget-Kommission gegen den Vorschlag, den Anteil der Sowjetunion am Budget der Vereinten Nationen für das Jahr 1952 von 6,9 auf 9,8 v. H. zu erhöhen. Der Anteil der USA betrug bisher 38 v. H. Das Budget für 1952 beläuft sich auf 46 Millionen Dollar. Soldatow verteidigte sich damit, daß die USA besser in der Lage seien, solche Ausgaben zu machen als die Sowjetunion. Die Statistiken zeigten, daß das Volkseinkommen in den USA viel höher sei, als in Rußland. Also sei es richtig, den Anteil der USA an der UNO auf 50 v. H. herabzusetzen. Die New York Times erklärte dazu, der russische Antrag auf Erhöhung des amerikanischen Anteils sei nichts anderes als eine indirekte Anerkennung der Leistungsfähigkeit des kapitalistischen Wirtschaftssystems in Amerika.

General Eisenhower erklärte in Paris, Rußland sei nicht unbesiegbar. Schon jetzt stelle sich bei den Alliierten an Stelle der Furcht das Vertrauen ein.

46 v. H. der britischen Bevölkerung sind für eine Beteiligung an der Europa-Armee. H. sind dagegen. Dies stellte das britische Gallup-Institut durch eine Umfrage fest. Die Aufstellung einer deutschen Nationalarmee wurde von 77 v. H. der Befragten abgelehnt.

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In Paris verklagte eine Soldatenwitwe eine Versicherungsgesellschaft auf Zahlung der Versicherungssumme für ihren in Indochina gefallenen Mann. Die Gesellschaft hatte unter Hinweis auf die Kriegsklausel die Zahlung verweigert. Ein Zivilgericht entschied, daß Frankreich in Indochina keinen Krieg, sondern nur eine Polizeiaktion führe, und daß die Versicherung zahlen müsse.