DIE ZEIT

Persiens Öl bald entbehrlich

Die Klima-Anlage zaubert eine angenehme Kühle in das kleine Büro. An den Wänden hängen Seekarten, und auf dem Schrank steht das kunstvoll gefertigte Modell einer arabischen Dhau.

Wühlmäuse in Kiel

Die übergroße Zahl amtierender Minister in Westdeutschland wird von in- und ausländischen Kritikern immer wieder als Schattenseite des neuen staatlichen Lebens der Bundesrepublik empfunden.

Europa und Liberté

Das Schiff, das dieser Tage französische und deutsche Delegierte vom Industriellen-Kongreß in den Vereinigten Staaten aus der Neuen Welt nach dem alten Kontinent zurückbrachte, heißt „Liberté“.

Mehr Mittel?

In vorweihnachtlicher Stimmung hat der Bundestagsausschuß für den Lastenausgleich beschlossen, durch eine etwas stärkere Belastung der Vermögen mehr Mittel für die Ostvertriebenen und Sachgeschädigten verfüglich zu machen.

Schall und Rauch

Die Schornsteinfeger, Sinnbild des Glücks, haben kurz vor Neujahr in Bonn von sich reden gemacht. Aber diesmal nicht wie üblich auf Neujahrskarten, sondern im Bundestag.

Es muß wieder geschworen werden

Der Niedersächsische Landtag hat ein „Gesetz über den Treueid der Richter und Beamten“ beschlossen. Er soll auch für diejenigen Beamten und Richter gelten, die sich längst im Amte befinden.

Lippman und Méry spielen wieder mit

Die Stimmen der Mäßigung, deren Verstummen in der internationalen Publizistik wir vor einem halben Jahre verzeichnet haben, melden sich wieder zu Wort.

Ein Freund der Deutschen

Als Nicolas, Murray. Butler der fünfundvierzig Jahre lang Präsident der Columbia University in New York war, im Dezember 1947 starb, widmeten ihm die amerikanischen Zeitungen Nachrufe und Leitartikel, als handele es sich um das Hinscheiden eines Staatsoberhauptes.

DIE WOCHE

Die Bundesregierung veröffentlichte das Abkommen über die Abschaffung der Ruhrbehörde, das die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich und die Benelux-Länder am 19.

Bilanz der „drei Weisen“

Die „drei Weisen“ des Atlantikrates W. Averell Harriman (USA), Sir Edwin Plowden (England) und Jean Monnet (Frankreich) haben mit einiger Verspätung den in Paris versammelten Finanzministern der atlantischen Gemeinschaft einen höchst interessanten Bericht überreicht.

Zwischen den Jahren im Lager Friedland

Selten ist es im Grenzdurchgangslager Friedland so still wie an diesen Abenden zwischen Weihnachten und Neujahr. Nirgends ein Licht in den Baracken und Nissenhütten, nirgends ein Laut Nur am Schlagbaum hängt die große Bogenlampe.

Das Diktat von San Franzisko

Alle Schwierigkeiten zusammengenommen können jedoch ‚eines nicht beeinträchtigen: das Gefühl der Stärke, das Gefühl echter Macht, das jetzt in den Vereinigten Staaten wieder vorhanden ist.

Kanonen und Margarine

So schmerzlich der Krieg in Korea auch ist — um der blutigen Verluste willen und wegen des Sterbens

Englands „Ohne uns!“

Auch in Europa hat die amerikanische Politik erkennen müssen, daß nicht alle Blütenträume reifen. Ein hoher amerikanischer Regierungsbeamter äußerte sich vor kurzem folgendermaßen: „Unser größter Fehler seit dem Kriege – meiner Meinung nach verhängnisvoller als unsere Fehlbeurteilung der Russen – war unsere Einschätzung der Engländer.

Die Brüder der schönen Helena

Nachdem einige Wochen vergangen waren, hörte man Geschrei aus dem Innern des Koffers. Vier kleine Menschenkinder, zwei Knaben und zwei Mädchen lagen darin, die sich soeben schlecht und recht von ihren Eierschalen befreit hatten.

Der totale Film

Im Gegensatz zu manchen anderen Kulturerscheinungen ist der Film noch nicht am Ende – im Gegenteil: er fängt erst so richtig an.

Comics ohne Komik

Auch in Deutschland haben es die Tageszeitungen ohne „Comics“ heute schon schwer –: sie bleiben in der Auflagenhöhe weit hinter den Blättern mit jenen Bilderstreifen, die abenteuerliche und meistens ziemlich dumme Geschichten in Fortsetzungen erzählen, zurück.

Kein Verleger wird betroffen

Keine Konkurrenz für Verleger und Buchhändler will die „Wissenschaftliche. Buchgemeinschaft“ Tübingen sein. 1949 wurde sie gegründet und hat seitdem eine stattliche Reihe wissenschaftlicher und literarischer Publikationen hervorgebracht.

Ultra-Kurzgeschichten

Der Wiener Romancier der „Strudlhofstiege“ pflegt zur Entspannung von seinen großen Arbeiten winzige Geschichten auszuarbeiten, sozusagen Story-Moleküle, die alle Elemente einer Novelle auf ein Minimum zusammendrängen.

Alle kommen heil davon

Das bis jetzt reizendste und entzückendste Lustspiel seit Beginn der neuen Pariser Spielzeit zeigt das Théâtre Saint-Georges, eine echte Pariser Komödie um die Liebe, mit der Liebe, für und wider die Liebe, mitten in einem duftenden Hain von Blumen und Blüten und mit einem spannenden Schuß Kriminalität.

Stadt der Kunstwissenschaft

Vor dem Kriege gab es in Deutschland vierzehn der Kunstwissenschaft gewidmete Fachblätter und Jahrbücher. Heute erscheinen erst wieder die altbewährte „Zeitschrift für Kunstgeschichte“, deren Herausgeber, Ernst Gall, von Berlin nach München übergesiedelt ist, und die unter dem Titel „Zeitschrift für Kunstwissenschaft“ vom Deutschen Verein für Kunstwissenschaft in Berlin redigierten Vierteljahreshefte.

Bleibt der DKV?

Monatelang hat im Ruhrrevier die Frage, ob der zentrale Kohlenvertrieb in Form des DKV erhalten bleiben könne, die Gemüter bewegt.

Warum nicht mehr Wohnungen?

Der Bundesminister für Wohnungsbau hat vor kurzem mitgeteilt, 1951 seien fast ebensoviel. Wohnungen gebaut worden wie 1950, etwa 350 000.

Das Wirtschaftsjahr 1951 war besser als sein Ruf

Es waren heuer nicht nur die Pessimisten, die Landwirte und die Skatspieler, die (wie eben alle Jahre) über die bösen Zeiten, über die Preis- und Steuerschere und über die mißliche Verteilung der Trümpfe zu klagen hatten: die wirtschaftlichen Sorgen waren allgemein.

Die Basis: Kohle und Eisen

Immer wieder hat im Jahre 1951 die Montanwirtschaft im Vordergrund hitziger Auseinandersetzungen gestanden. Daß dennoch bei Kohle und Eisen gute Fortschritte erreicht wurden, ist der Dynamik zu .

Die totale Rationalisierung

Vor dem „Rationalisierungskuratorium der deutschen Wirtschaft“ hat Prof. Erhard kürzlich erklärt: die erste Phase der wirtschaftlichen Nachkriegsentwicklung sei nun wohl abgeschlossen; für die zweite Phase müsse nun ein Programm zur Steigerung der Produktivität einsetzen, mit einer umfassenden Rationalisierung in der Produktion, im Absatz und im Vertrieb.

Bessere Technik – mehr Beschäftigung

Das Mitglied des Commissariat General du Plan de Modernisation et d’Equipemen der Republik Frankreich untersucht in dem folgenden Aufsatz die Auswirkungen des Schuman-Planes auf die Beschäftigung in Europa.

England kämpft gegen die Krise

Langsam beginnt das wirtschaftspolitische Programm der Churchill-Regierung Gestalt anzunehmen. Allerdings legt sie vorläufig noch den Schwerpunkt darauf, den „Hintergrund“ möglichst schwarz zu malen, gegen den sich ihre neue Wirtschaftspolitik abheben soll.

Neue ECA-Hilfe

je ECA will demnächst den Plan verwirklichen, amerikanische Produktionsmethoden in der westeuropäischen Industrie einzuführen.

Der gemeinsame Markt

Als Vorbild bei der Entwicklung der wirtschaftlichen Grundgedanken des Schuman-Planes haben die Vereinigten Staaten mit einem Markt für eine Bevölkerung von 150 Millionen Menschen gedient.

Grundsätzliches zur Mitbestimmung

Die Diskussion über den Bundeswirtschaftsrat stellt ein neues Glied in der Kette der Erörterungen um das „Mitbestimmungsrecht“ der Arbeitnehmer dar.

Wieder drei Großbanken

In den letzten Wochen ist der Entwurf des Gesetzes über die Großbankenneuordnung, das die Bezeichnung „Gesetz über den Niederlassungsbereich von Kreditinstituten“ trägt, vom Bundesrat verabschiedet und vom Bundestag in erster Lesung behandelt worden.

Habt Mitleid mit den Konjunkturforschern!

Es war einmal ein alter Kaufmann, der sprach zu seinem Sohn: Lieber Sohn, sei mir ja recht vorsichtig mit dem Einkauf, ich fürchte, wir werden nächstes Jahr eine Flaute erleben.

Das Jahr des deutschen Exporteurs

Das Jahr 1951 war für den deutschen Exporteur ein Jahr des Erfolges, für den Importeur ein Jahr der Resignation. Der Export stieg von rd.

Woher stammt der Kapitalzuwachs?

Der Gesamtkurswert der an den sieben Börsen des Bundesgebiets gehandelten 624 Dividendenwerte ist in den ersten elf Monaten des Jahres 1951 von etwa 5,5 auf nahezu 10 Mrd.

Der Einzelhandel tat sein Bestes ...

Daß dem Einzelhandel im letzten Jahr viel Gelegenheit gegeben war, einen Beitrag zur Aufrechterhaltung der Realkaufkraft zu leisten, darüber gibt es keinen Zweifel.

Leben in Asiens Stalingrad

In schwarz-rotem Ruinengewand erwartet Seoul das Ende des Krieges. Der schwarze Flor der verbrannten Häuser und der Purpur des vergossenen Blutes haben das Gesicht dieser Stadt geprägt.

SPORT DER ZEIT: Olympische Luftbrücke

Auch England hat seine Sorgen mit den Olympischen Spielen. Vor allem mangelt es am Gelde. Da ist ein besonders findiger Kopf auf den Gedanken einer Olympia-Luftbrücke zwischen London und Helsinki gekommen.

Das größte Erlebnis

„1948 bekam meine Mutter einen Brief. Als meine Mutter diesen gelesen hatte, weinte sie vor Freude. Papa schrieb, daß er aus der Gefangenschaft zurückkäme.

Der Verratene

Hätte der Verlag statt des Titels „General zwischen Ost und West“ ganz einfach den Namen des Mannes, um den es sich handelt, auf den Buchumschlag gesetzt, so wäre vermutlich der Erfolg schon entschieden: Kurt von Schleicher.

Das große Abenteuer

Ein heutiges Gegenstück zu „Weilands-Rulagen geschickt und fesselnd abwandelt: Der Freibeuter Klaus Störtebecker hat zum Gefolgsmann den Friesen Onno, der sich von ihm vergeblich die Errichtung eines Reichs der Freiheit erhofft.

Verstehen heißt nicht verzeihen

Die Wochenschau hat den Bombenattentäter Erich von Halacz gefilmt, Illustrierte haben ihn abgebildet. Denn alle Welt möchte wissen, wie ein Mann aussieht, der Menschen tötet, ohne daß sie ihm jemals etwas getan haben.

Romeo und Julia in Wales

Das Bergland von Südwales ist in den letzten Jahren schon einmal der Schauplatz eines berühmt gewordenen Romans gewesen. Richard Llewellyns „So grün war mein Tal“ schilderte, wie die Kohlengruben das Bauernland unterminierten und wie aus den Bauern Techniker des Bergbaus werden.

Aus den Unternehmungen

Aufsichtsrat and Vorstand der Farbwerke Hoechst AG. bestellt. In Frankfurt am Main trat der von den Gründern bestellte Aufsichtsrat der ersten der drei Nachfolgegesellschaften der IG-Farbenindustrie, der Farbwerke Hoechst AG.

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