Die Stimmen der Mäßigung, deren Verstummen in der internationalen Publizistik wir vor einem halben Jahre verzeichnet haben, melden sich wieder zu Wort. Walter Lippman schreibt abermals regelmäßig in der New York Herald Tribune und Beuve-Méry, der Chefredakteur der Monde, ist von der Generalversammlung dieses Unternehmens, zu der zum ersten Male die Redakteure der Zeitung zugezogen waren, mit 190 gegen 65 Stimmen in seiner Funktion, aus der er Ende des Jahres ausscheiden sollte, bestätigt worden.

Gleich mit seinem ersten Artikel nimmt Lippman den alten Kampf gegen den Kreuzzugsgeist der Demokratien und ihre puritanische Selbstgerechtigkeit wieder auf, da sie jedem praktischen Kompromiß unzugänglich sei und sich nur mit dem totalen Sieg, der bedingungslosen Kapitulation und der völligen Umerziehung des Besiegten begnügen wolle.

Wir befinden uns gegenüber Rußland, so schreibt er, in der Phase der Entwicklung, in der ein praktischer Erfolg wohl zu erreichen wäre, es sei denn, wir übersteigerten uns selbst, wie wir es schon zweimal getan haben, und beschlössen, daß Ehre und Gerechtigkeit mit nicht weniger als dem Unerreichbaren befriedigt werden können. Viele gut Unterrichteten seien der Meinung, daß in naher Zukunft sich das Gleichgewicht der militärischen Macht zu unseren Gunsten verschieben werde. Man solle nicht wieder den Fehler begehen, den man schon zweimal gemacht habe, als das militärische Gleichgewicht sich zugunsten der Alliierten wandelte. Heute ist Walter Lippman nicht mehr so isoliert wie noch vor einem halben Jahr. Er hat Verbündete. Zu ihnen, gehören einige, die sich bemühen, den Boden für den Besuch Churchills, der auf der Jagd nach einem Kompromiß ist, vorzubereiten, unter ihnen Lewis Douglas, der frühere Botschafter in London und Bernard Baruch, ein alter Freund des britischen Premierministers. Zu ihnen gehören nicht die leitenden Beamten des State Department. P. B.