Die Schornsteinfeger, Sinnbild des Glücks, haben kurz vor Neujahr in Bonn von sich reden gemacht. Aber diesmal nicht wie üblich auf Neujahrskarten, sondern im Bundestag. Und das kam so: Das Parlament verabschiedete ein Gesetz zur Ordnung des Schornsteinfegerwesens. Es zwingt darin die Schornsteinfegermeister, mit der Erreichung des 70. Lebensjahrs ihre Kehrbezirke an jüngere Berufskollegen abzugeben. Man will durch diese Maßnahme für vertriebene Schornsteinfeger neue Existenzmöglichkeiten schaffen. Das nun paßte wiederum dem Abgeordneten Besold von der Bayernpartei nicht. In Bayern wurden nämlich bisher die amtlichen Kehrbezirke auf Lebenszeit übertragen. Besold erblickte deshalb in dem neuen Gesetz eine Verletzung wohlerworbener Rechte. Er hatte auch verfassungsrechtliche Bedenken. Nicht einmal die Nazis hätten es gewagt, an den bayerischen Kaminfegerrechten zu rütteln, rief er entrüstet mit bebender Stimme in den Plenarsaal, dessen weihnachtliche Stimmung sich zunehmend besserte, je mehr sich Besold für die Rechte der siebzigjährigen bayerischen Kaminfegermeister und gegen den Bonner Zentralismus ereiferte. Schließlich wurde das Gelächter so laut, daß man nur noch dessen Schall, und nicht mehr den Sinn des Rauchfangkehrer-Plädoyers vernehmen konnte. So hoben denn in dieser Sitzung der Bundestages Schall und Rauch einander auf, S.