In das Ehrenbuch der großen Schiffskapitäne hat in den sturmdurchtobten Tagen und Nächten um die Jahreswende Curt Carlsen. der Kapitän des amerikanischen 7000-Tonner Flying Enterprise eine neue Seite geschrieben. Im stärksten Orkan der letzten Jahrzehnte wurde sein Schiff schwer havariert und manöverierunfähig. Den zur Hilfe herbeieilenden Dampfern übergab Carlsen Passagiere und Besatzung seines Schiffes. Er allein blieb an Bord. Er vertraute seinem Schiff, auch wenn es mit einer Backbordschlagseite von 80 Grad im Wasser lag. Er war von dem unbändigen Glauben erfüllt, daß sein Schiff nicht untergehen werde. Dieser Glaube kam nicht von ungefähr, er gründete sich auf seemännischer Erfahrung und seemännischen Blick. Sechs Tage und sechs Nächte vergingen, dann war der stärkste Schlepper der englischen Marine Turmoil am Ort der Havarie. Und auch auf ihm befand sich ein Mann voll. Mut und Glauben, Kenneth Dancy. Ihm gelang es trotz des schweren Seegangs, auf das Wrack der Flying Enterprise hinüberzuspringen. Nun hatte Carlsen einen seemännischen Kameraden neben sich, der wie er fühlte. Was Carlsens körperliche Kräfte allein nicht schafften, das erreichten die vier starken Arme beider Männer: die Stahltrosse an Bord zu ziehen, mit der die Turmoil das Wrack zum nächsten Hafen schleppte. Dann werden beide Wachgänger, die sich alle zwei Stunden ablösten, wieder zur See fahren, mit der sie das Geschehen auf der Flying Enterprise noch enger verbunden hat, als wäre nichts geschehen. E. K.