Von Wolfgang Menge

Die 900 in der Bundesrepublik ansässigen Inhaber von Fernsehgeräten haben seit kurzem den Vorzug, per drahtlosem Bild einen neuen Tanz kennenzulernen: Mambo.

Da jeder Mensch daran interessiert ist, ein möglichst vollständiges Bild der Menschheitsgeschichte zu erhalten, da man außerdem nie sicher sein kann, welchen Einfluß neue Tänze einmal ausüben werden, mag es angebracht sein, wichtige Einzelheiten über Mambo zu verbreiten. Hier ist Anmerkung eins am Platze. Heißt es der oder die Mambo? Das ist vorläufig noch eine Aporie. Es gibt unter den Fachleuten drei Parteien: Die einen sagen, es heiße der Mains die zweite Partei behauptet dagegen, es heißt natürlich die Mambo; während die dritte Partei die Existenz eines Tanzes namens Mambo überhaupt leugnet, Wir wissen also nicht, welchen Geschlechtes Mambo sei, aber in Deutschland hat man Richtlinien dafür aufgestellt, wie er getanzt werden muß. Dagegen weiß man zum Beispiel in New York ganz genau, welchen Artikel man für Mambo verwenden muß (nämlich the); aber man weiß doch dort tatsächlich nicht, wie er (oder sie) getanzt werden soll. Wie verlautet, gibt es verschiedene Methoden. Genau gesagt, es gibt dort so viele, wie es Tanzlehrer gibt; ja, wahrscheinlich noch ein paar mehr, da in den Vergnügungsstätten der ganzen Welt Dilettanten herumtanzen, die sich nicht um die ordnende Hand des geschulten Lehrers kümmern. Soviel über den Namen. Nun zum Tanz: Der Rhythmus des Mambo ist kurz, kurz, lang. Der erste Vorwärtsschritt ist kinderleicht. Wir entnehmen ihn der in den ADTV- (Allgemeiner Deutscher Tanzlehrerverband) Nachrichten veröffentlichten Choreographie des Herrn Gebhard Hädrich aus Lüneburg, der während seines Aufenthaltes in Paris Gelegenheit fand, diesen Tanz genau zu studieren. Also: Zunächst nehmen die Damen und Herren Aufstellung, genau wie zum Wiener Walzer. Es ist aber zu beachten, daß der Abstand zwischen den Partnern etwa zwei Handbreit beträgt, das sind knapp 18 cm. Die Formel für den ersten Schritt ist

Herr – L. F. kl. Sehr. sw. Ba. Fe. (linker Fuß kleiner Schritt seitwärts, Ballen, Fersen),

Dame = R. F. kl. Sehr. sw. Ba. Fe. (Rechter Fuß kleiner Schritt seitwärts, Ballen, Fersen).

Es ist vielleicht aufgefallen, daß die Dame den gleichen Schritt macht wie der Herr, nur eben mit dem R. F. statt mit dem L. F. Beim zweiten Schritt wird Mambo komplizierter. Dabei soll man, wenn wir recht verstanden haben, die Dame am Platz aufsetzen. (Wörtlich: Dame L. F. am Platz aufsetzen Ba. Fe.). Dafür ist jedoch der dritte Schritt wieder viel einfacher. Der geht so:

L. F. vw. flach (Dame R. F. rw. flach).