Gerade jetzt, in der Periode des wiedererstehenden deutschen Imperialismus, feiert der Formalismus, die Ausgeburt des faulenden Kapitalismus, Orgien und vernebelt die Hirne der westdeutschen Künstler. Sie bedürfen in dieser Lage der Hilfe, um zu der Klarheit zu gelangen, die dem Künstler der Deutschen Demokratischen Republik auf Grund der neuen gesellschaftlichen Verhältnisse erschlossen ist.“

Ähnliche Sätze darf die wehrlose Bevölkerung der Sowjetzone täglich lesen. Anlaß dazu ist die „3. Deutsche Kunstausstellung“, die bald in Dresden stattfinden soll und jetzt schon von Emissären der sowjethörigen Kulturpropaganda westdeutschen Malern und Bildhauern zur Beschickung empfohlen wird. Man hofft, „Formalisten“ nach Dresden zu bekommen, um ihnen dort die Hirne entnebeln zu können.

Da zur Zeit der Gimpelfang den Kulturpolizisten aufgetragen ist, scheut man sich nicht, auch „Abstrakte“ zu bitten. Man versucht, Menschen zu fangen, um sie dann „umzuschulen“. Das wird unter der „Hilfe“ verstanden, die den westdeutschen „Formalisten“ angetragen werden, soll.

Die Kulturpolizisten der Zone spielen zur Zeit die Rolle des Mannes, der sich zum Mäzen ernannt hat, ohne für dieses Amt das notwendige Kleingeld in der Tasche zu haben. Nicht einmal das Kleingeld des Taktes und der Fähigkeit, sich in der deutschen Sprache auszudrücken... C. W.