Mit der fortschreitenden Elektrifizierung des Eisenbahnverkehrs wächst der Bedarf der Bundesbahn an neuen elektrischen Triebfahrzeugen. Die Brown, Boveri & Cie AG., Mannheim hat von der Deutschen Bundesbahn den Auftrag auf Lieferung der elektrischen Ausrüstung für eine Schnellzuglokomotive erhalten. Es handelt sich um eine vierachsige Lokomotive der Gattung E 10, die bei einer Leistung von 3000 kW eine Höchstgeschwindigkeit von 130 Stundenkilometern entwickeln wird und gleicherweise im Schnellzugdienst wie im Güterzugverkehr eingesetzt werden kann. Die Lokomotive, mit deren Fertigstellung im Sommer 1952 zu rechnen ist, wird mit einem für Deutschland neuartigen Antrieb ausgestattet, bei dem keine Abnutzungen auftreten und der vor allem keine Schmierung benötigt. Die Steuerungsapparate der neuen Lokomotive sind kleiner als die ihrer Vorgängerinnen und bedürfen nur geringer Wartung. Beide Neuerungen, die sich im Ausland bereits hervorragend bewährt haben, lassen erwarten, daß die Unterhaltungskosten der Lokomotive bei großer Betriebssicherheit klein sein werden. Außerdem beteiligt sich BBC an der Lieferung der elektrischen Ausrüstung für zwei weitere Lokomotiven der gleichen Bauart sowie an der Ausstattung des elektrischen Teils von zwei schweren Güterzuglokomotiven der Gattung E 94.

Die Bundesbahn hat ferner die elektrische Ausrüstung für sieben dreiteilige Oberleitungs-Triebwagen bestellt. In den neuen Fahrzeugen, die von je vier Motoren angetrieben werden, befinden sich je 460 bequeme, ledergepolsterte Sitzplätze. Fünf Triebwagen sind für den, Stuttgarter Vorortverkehr und zwei für bayerische Strecken der Bundesbahn bestimmt. Damit hat die Bundesbahn seit Kriegsende den ersten Auftrag auf Neubau von Oberleitungs-Triebwagen vergeben. E.