U.S.-E. Zürich, im Februar

Die schmutzigen Hände“ – der nach den gleichnamigen Bühnenstück Jean-Paul Sartres von Fernand Rivers ohne Anstrengung heruntergedrehte Film, ist nach Paris kürzlich auch in Zürich angelaufen. Der Film folgt fast Wort für Wort getreulich dem Theaterdialog, ohne ein Film zu werden. Die drei Hauptrollen aber sind vorzüglich besetzt: Pierre Brasseur mit schwarzen Vollbart als urwüchsig-vitaler Hoederer, Danie Gelin als der sensible, komplexbeladene und sich mehr aus einem Affekt zur „Freiheit“ durchringende Hugo, Claude Nollier als die unerschütterlich linientreue Genossin Olga. So starke schauspielerische Augenblicke es im einzelnen nun darin auch gibt, so wirkt der Film doch nur wie schlecht, hastig und einfallslos fotografiertes Theater. Die gegenwärtige finanzielle Krise des französischen Films, die seit Bressons „Tagebuch eines Landpfarrers“ und Carnés „Juliette“ kein einziges Experiment mehr erlaubte, hat sich in diesen „Mains sales“ traurig bestätigt. So konnte in diesem Jahr zum erstenmal der „Prix Louis Delluc“, der höchste französische Filmpreis, nicht verteilt werden, da kein geeigneter Bewerber vorhanden war. Nicht einmal für Sartre bietet sich anscheinend mehr eine Möglichkeit.