Mitte Januar wurde im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten das „Deutsche Nationale Pappelkomitee“ gebildet, dem 26 Vertreter der Forstwissenschaft, Landesforstverwaltungen, Baumschulverbände, Industrie, Lignikultur, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und des Deutschen Pappelvereins beitraten. Vorsitzende wurden der Leiter des Deutschen Pappelvereins, Regierungspräsident Dr. Warsch, und Oberlandforstmeister Prof. Dr. Bauer, Freiburg (Breisgau).

Ein französisches Lehrbuch über den Pappelanbau besagt, daß es sich dabei nicht nur um eine fachliche Aufgabe, also eine Frage der Forstwirtschaft allein handelt, sondern daß die Kultur dieses Baumes zu einer „politischen Angelegenheit“ geworden ist: zu einem vordringlichen Teil der Landeskultur und der Wirtschaftspolitik überhaupt. Was von Franzosen für Frankreich gefordert wird, gilt für die deutsche (und die europäische) Wirtschaft in gleichem Maße.

Die Schrumpfung der deutschen Waldanbaufläche um mehr als 45 v. H., der steigende Bedarf an Holz und die Tatsache, daß zwischen Holzerzeugung und Holzverbrauch ein Loch von 20 bis 30 Mill. Festmetern klafft, sind ernste Warnsignale. Wenn man eine Rohbilanz über Holzeinschlag und Holzbedarf aufmacht, wird deutlich, in welcher gefahrvollen Situation wir uns befinden:

Holzeinschlag (Jahr) / im ganzen (Mill. fm) / je ha und Jahr / Holzbedarf (Mill. fm.)

1947 51,5 7,3 fm 50

1950 29,0 4,1 fm 65

1953 18,8 2,7 fm –