Was so lange währte, soll in Kürze nun gut werden: die Gründung einer Export-Finanzierungs-AG. (Sitz Frankfurt), deren voll einzuzahlendes Grundkapital von 20 Mill. DM die Großbanken-Nachfolger (zu über 50 v. H.) sowie 10 Regional- und 5 Privatbanken nach einem Konsortialvertrag aufbringen. Alle involvierten Institute sollen sich überdies bis zur Grenze von 3 v. H. ihrer Einlagen per 30. 9. 1951 an der Mittelbeschaffung zur Finanzierung lang- und mittelfristiger Ausfuhrkredite beteiligen, indem sie die von den Kreditnehmern der neuen Gesellschaft ausgestellten Solawechsel (je nach ihrer Beteiligungsquote) zum Diskont hereinnehmen. Die Höchstbelastung wächst um ein weiteres Prozent dadurch, daß die das Kreditgesuch einreichende, Hausbank des Exporteurs 25 v. H. jedes über die Finanzierungs-AG. abgewickelten Geschäfts vorab auf eigenes volles Risiko zu finanzieren hat.

Zu den daraus vermutlich fließenden rund 250 Mill. DM tritt der bisherige 600 Mill. DM-Plafond der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zu gleichen Zwecken, für den weiterhin die Rediskontzusage des Zentralbanksystems gilt. In enger Tuchfühlung mit der KfW (nicht auf Gewinn) arbeitend, kann sich die Gesellschaft in einer von den Gefahren eines Ausfuhrrückgangs überschatteten Zeit echte Verdienste um die Förderung langfristiger Projekte erwerben. Für die Baufirmen bietet sich dabei vielleicht die nötige Chance, ebenfalls stärker als bislang ins Auslandsgeschäft zu kommen.

Zentralbankrat und Bank deutscher Länder verfolgen die Gründungsvorbereitungen mit Wohlwollen, weil sie keinerlei Ambitionen haben, die der Finanzierungs-AG. zugedachte Rolle selbst zu spielen. Auch falls Kredite tatsächlich nicht billiger als zu 8 v. H. zu erhalten sein sollten, müßte man dem neuen Institut angesichts; der labilen Exportsituation einen guten Start wünschen. H. B.