Der erste Vorsitzende des vornehmlich von Persönlichkeiten der freien Berufe, des Handwerks und des Sparkassenwesens am Jahresende gegründeten Deutschen Sparer-Schutzverbandes, Prof. Deuchler, schilderte auf einem Empfang kürzlich die besonders starke Schädigung der Sparer durch die Währungsreform. Diese sei trotz der Millionenzahl der von ihr Betroffenen auch deswegen möglich gewesen, weil die Sparer keine einheitliche Interessenvertretung besessen hätten. Die Folge der ungerechten Geldumstellung war die Lähmung des Sparervertrauens und Sparwillens in weiten Kreisen. Die Sparkassen hätten nämlich heute als „Banken des kleinen Mannes“ nicht mehr 22 Mrd. wie 1913, nicht mehr 19 Mrd. wie 1939 und 45 Mrd. wie 1945 auf den Sparkonten ihrer Kunden, sondern nur etwa 4 1/2 Mrd. DM. Der zweite Vorsitzende, R.A. Grosche, wies nachdrücklich auf die Schädigung von Treu Und Glauben hin, die dadurch entstanden ist, daß die erste Verordnung zur Währungsreform eine zehnprozentige Umstellung zusagte, die dann durch die späteren Verordnungen bis auf durchschnittlich 4,9 v. H. für die Sparguthaben vermindert wurde. Der Deutsche Sparer-Schutzverband e. V., Hamburg 11, Kleine Johannisstraße 6, will durch Einflußnahme auf die zuständigen Instanzen in Bund und Ländern, die Schädigungen des „Raubzuges gegen den Sparer“, soweit wie möglich, wiedergutmachen und seine Wiederholung ausschließen. Hierdurch und durch laufende Aufklärung über die volkswirtschaftliche Bedeutung des Sparens will er in Zusammenarbeit mit den interessierten Geldinstituten den derzeitigen latenten Sparerstreik bekämpfen, das Vertrauen zum Sparen neu festigen und den Sparwillen beleben. A. E. v. O.