Auf wen sollte Frankreich in seiner heutigen Saarpolitik hören? Auf wen anders als auf Talleyrand, der nach Duff Coopers Zitat (Inselverlag, Seite 76) in einer Denkschrift über die französische Außenpolitik folgendes ausgeführt hat: „Wir haben – unzweifelhaft ein wenig zu spät – gelernt, daß für Staaten wie für Einzelmenschen wahrer Wohlstand nicht darin besteht, daß man sich die Gebiete anderer aneignet oder in sie einbricht, sondern darin, daß man sein eigenes Gebiet förderlich verwaltet. Wir haben gelernt, daß alle Gebietserweiterungen, alle Eroberungen, ob durch Gewalt oder durch List, die nach geltendem Vorurteil lange Zeit mit Begriffen wie ‚Vormachtstellung‘, ‚Führerschaft’, politische Stetigkeit’, Überlegenheit‘ über andere Mächte benannt wurden, nur grausame Scherze politischen Irrwahns und falsche Maßstäbe für ‚Macht‘ sind und daß ihre wahre Wirkung in vermehrten Schwierigkeiten der Verwaltung und in verminderter Wohlfahrt und Sicherheit der Regierten zum Nutzen vergänglichen Vorteils oder nichtiger Eitelkeit der Regierenden besteht. Frank reich sollte darum in seinen Landesgrenzen bleiben: das schuldet es seinem Ruhme, seinem Gefühl für Gerechtigkeit und Vernunft, seinem eigenen Vorteil wie dem anderer Völker, denen dadurch die Freiheit geschenkt wird.“ O. V.