Die schmutzige Wäsche der SRP, die dem Publikum im Falle Richter/Rößler dargeboten wurde, war nicht so erfreulich und wohlriechend, wie der Graf Westarp vom SRP-Vorstand anzunehmen scheint. Rößler mag 1945 „wegen des Rechtsnotstandes“, wie sich die SRP ausdrückt, unter falschem Namen gelebt haben, aber jetzt hatte er dies nicht nötig. Denn vor zwei Jahren hat der Bundestag, vermutlich mit der Zustimmung des Herrn Abgeodneten Richter/Rößler, eine Amnestie erlassen, wonach sich jeder straflos legalisieren konnte, der (wegen des „Rechtsnotstandes“ des Jahres 1945) ein bißchen auf falsche Papiere gereist war. Rößler hat sich damals nicht legalisiert. Ihm waren offensichtlich seine Bundestagsdiäten, die bei der Legalisierung flötengegangen wären, lieber als seine Identität, die allerdings wohl nicht viel wert war. Zuletzt hat sich das aber als ein schlechtes Geschäft erwiesen. Denn jetzt ist die Identität wieder da, und die Diäten sind weg, und Herrn Richter/Rößler bleibt nichts als die Zuversicht, daß ihm vor den Gerichten der Bundesrepublik viel weniger passieren wird, als ihm in seinem geliebten Dritten Reich passiert wäre, hätte er etwa dort unter falscher Flagge den Posten eines Gauhauptstellenleiters erlangt. A.