Kraftfahrzeugpannen – das weiß jeder, der einmal in einem solchen Fortbewegungsmittel gesessen hat – kommen ohne Voranmeldung. Wenn sie da sind, wird meist überlegt (leider zu spät), wie man sie hätte verhindern können. Gewissenhafte Kraftfahrer aber vermeiden derartige Pannen dadurch, daß sie schon vorher ihre Ursachen beseitigen. So gesehen, scheint der Referent des niedersächsischen Finanzministers kein guter Kraftfahrer zu sein, zumal die Panne, die er sich in Hannover mit dem Volkswagen leistete, ausgesprochen peinlich wirkt.

Es ging in einer Pressekonferenz wieder einmal um den zu beanstandenden Aufwand für Behördenfahrzeuge, und der Referent hatte, wie in Tageszeitungen zu lesen, war, die etwas merkwürdige Erklärung abgegeben, man könne den Ministern des Landes Volkswagen nicht zumuten. Ganz so schlimm scheint es wohl doch nicht gewesen zu sein. Auf unsere Rückfrage bei der niedersächsischen Landesregierung wurde betont, daß es sich bei dem Gespräch um den Wagen für die niedersächsische Vertretung in Bonn gehandelt habe. Der Finanzministerreferent hatte sagen wollen, daß zu den Sitzungen des Bundesrates; des Bundestages und der vielen Ausschüsse immer mehrere Herren gefahren werden müßten, für die ein Volkswagen nicht ausreiche.

Der Herr Finanzminister und sein Referent werden gestatten, daß wir selbst über diese Erklärung erstaunt sind. Ebenso erstaunt war man im Volkswagenwerk, das bekanntlich in Niedersachsen liegt und zu den besten Steuerzahlern des niedersächsischen Finanzministers gehört. Nach unseren Erfahrungen lassen sich in dem Volkswagen neben dem Fahrer mindestens drei und im Notfall auch vier Fahrgäste befördern, selbst wenn es sich um Vertreter der Landesregierung Niedersachsens handelt. Die Peinlichkeit dieser Antwort scheint indessen auch das Finanzministerium empfunden zu haben: unser Versuch, von ihm eine Erklärung der „Volkswagenpanne“ zu erhalten, blieb ohne Erfolg... –zke.