M. Sch. Kairo, im Februar

Mit einem Empfang in den repräsentativen Räumen des Hotels „Semiramis“ zu Ehren von Direktor Dr. Bühler von der Bank deutscher Länder trat die am 1. Januar eröffnete Deutsch-Ägyptische Handelskammer zum erstenmal mit einer Veranstaltung an die Öffentlichkeit ihres Gastlandes. Dr. A. Bühler befand sich, einer Einladung des Prinzen Abbas Halim folgend, auf einer Informationsreise, um mit den maßgeblichen Kreisen der Regierung und Wirtschaft die Frage einer zu gründenden. Ägyptisch-Deutschen Bank zu besprechen. Ihre Aufgabe soll hauptsächlich darin liegen, die in Erscheinung getretenen und wahrscheinlich auch bis auf weiteres nicht vermeidbaren Schwierigkeiten der deutschen Exportfinanzierung aus dem Wege zu räumen und des weiteren die Hergabe von Garantiebriefen für Bietungs- und Lieferungskautionen bei Abschlüssen und Lieferungen an Regierungsstellen zu übernehmen.

„Dies würde“, so meinte Dr. Bühler, „zu einer erheblichen Erleichterung des deutsch-ägyptischen Handelsverkehrs führen. Nach seiner Meinung besteht von ägyptischer Seite durchaus der Wunsch für die Gründung einer solchen Institution. Das Kapital würde zum größeren Teil wohl von ägyptischer Seite eingezahlt werden. Eine deutsche Beteiligung durch Banken und private Firmen sei zwar angestrebt, könne aber erst verwirklicht werden, wenn sich die Schwierigkeiten auf dem Gebiet des Kapitaltransfers gelockert hätten.

Die rege Anteilnahme führender ägyptischer Persönlichkeiten aus Regierung und Wirtschaft zeigte das Interesse, das in Ägypten für den Handel mit Deutschland’besteht und beweist die Berechtigung der erfolgten Gründung der Deutsch-Ägyptischen Handelskammer, die bis jetzt als erste offizielle deutsche Stelle die Bundesrepublik Deutschland in diesem Lande repräsentiert.

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Die in Vorbereitung befindliche Ägyptisch-Deutsche Bank würde dann die Tradition der ägyptischen Niederlassung der Dresdner Bank und der zu Anfang des Krieges geschlossenen deutschen Orientbank fortsetzen. Man spricht in Kairo davon, daß die Neugründung mit einem Kapital von 1,5 Mill. £ (18,1 Mill. DM) ausgestattet werden soll, das infolge der Transferbeschränkungen ausschließlich von einem Konsortium ägyptischer oder in Ägypten tätiger ausländischer Firmen aufgebracht werden wird. Dazu zählen ägyptische Industrielle, Reeder und Baumwollexporteure, ferner schweizerische und griechische Bauwollexportfirmen sowie führende Importhäuser, zum Beispiel die Middle East and Distribution Co., die in Ägypten das Volkswagenwerk, die Büssing-Nutzkraftwagen-GmbH. und die Firma Ferrostaal vertritt. we.