José Ortega y Gasset: Stern und Unstern über Spanien (Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart, 248 S., Leinen 9,80 DM).

Der große Europäer Ortega begann als Kritiker seiner Nation, deren Aufbau und Zerfall er in dem Kernstück dieses Buches 1922 als symbolisch für Wachstum und Krise der europäischen Gesamtkultur beschrieb. Die umrahmenden Reisetagebücher mit ihren spanischen Impressionen runden das klassische Frühwerk des Denkers ab, das nun nach langer Pause wieder in deutscher Ausgabe vorliegt.

Römischer Witz. Ausgewählte Epigramme des M. V. Martialis (Rohrer-Verlag, Wiesbaden; 144 Leinen 5,30 DM).

Hermann Swoboda hat die satirischen und kulturkritischen Verse des Martial aus dem Latein der frühen römischen Kaiserzeit in lebhafte und sorgsam ausgefeilte deutsche Reime übertragen, um zu zeigen, daß die Dekadenz des ersten nachchristlichen Jahrhunderts in gewissen Zügen der Gegenwart wiederkehrt.

Pieter Vervoort: Liebesfahrt in meiner Väter Land (F. H. Kerle Verlag, Heidelberg; 231 S., Leinen 9,80 DM).

Der in Köln lebende Autor spürt auf Kreuz- und Querfahrten durch Brabant, Flandern und Holland den Wurzeln und den sprechenden Zeugen der niederländischen Kultur nach, die er mit herzhafter Entdeckerfreude schildert.

Geisteserbe aus Schwaben. 1700 bis 1900 (Verlag J. F. Steinkopf, Stuttgart; 151 S., Leinen 15,– DM).