Zu welcher Zersplitterung die schrankenlose Gewerbefreiheit führen kann, dafür ist die Übersetzung beim Südfrüchtehandel ein guter Beweis. Um eine weitere „Atomisierung“ des Importhandels zu verhindern, die durch die Jagd nach den Lizenzen eine starke Verteuerung der eingeführten Waren hervorrief, was in der Regel auf den Verbraucher abgewälzt wird, bereitet das Bundesernährungsministerium eine neue Handelsordnung vor. Sie wird an die wirtschaftliche Fundierung des Handeltreibenden und seines Importunternehmens gewisse Anforderungen stellen und auch sachliche Kenntnisse des Importeurs voraussetzen müssen. Der Verwaltungsgang einer solchen Handelsordnung wird durch den Umstand erschwert, daß jetzt jeder importieren kann, was er will. Wie notwendig sie jedoch zu sein scheint, erklärt sich schon daraus, daß von den Obst- und Gemüseimporteuren in Bayern allein 40 v. H. aus berufsfremden Kreisen kommen, wie die Informationsstelle der bayerischen Wirtschaft mitteilt.

Die Zahl der „Rucksack-Grossisten“ dürfte durch die neue Verordnung zum Wohl des seriösen Importhandels dezimiert werden. Ein Antrag einer Münchner Hebamme auf Genehmigung zum Import von Apfelsinen, den der Leser im ersten Augenblick als verspäteten Faschingsscherz auffassen könnte, gehörte bislang durchaus in den Bereich des Möglichen. H. K.