Wegen der Ernennung des Herrn Grandval zum französischen Botschafter in Saarbrücken, die den Wunsch der französischen Regierung erkennen läßt, im Saargebiet fertige Tatsachen zu schaffen, ist es zu einer bis heute nicht befriedigend gelösten Auseinandersetzung zwischen Bonn und Paris gekommen. Inzwischen hat in der New York Herald Tribune der bekannte amerikanische Journalist Edwin Hartrich, der sich zur Zeit in Saarbrücken aufhält, einen Beitrag zu der Frage geliefert, was für eine Art von Botschafter Herr Grandval zu sein gedenkt. Hartich hat nämlich herausgefunden, daß für die Mission Grandvals im Etat des Saargebiets ein Betrag von 2 800 000 000 frcs. vorgesehen ist. „Es ist einigermaßen einzigartig in den auswärtigen Beziehungen“, schreibt Hartrich, „daß ein Land die Kosten einer diplomatischen Mission bezahlt, die bei ihm akkreditiert ist.“ Woraus man sieht, daß die französische Regierung zwar den Status des Saarlandes durch die Ernennung eines Botschafters verändern, nicht aber die Kosten dafür bezahlen wollte.

2 800 000 000 Francs sind ein hoher Betrag, gänzlich außer jeder Proportion zu den Aufgaben einer auch noch so anspruchsvollen diplomatischen Mission. Daraus geht hervor, daß Grandval auch als Botschafter seine Rolle als Polizeichef und oberste Verwaltungsbehörde fortsetzen will, ungeachtet der Tatsache, daß die sogenannte Saarregierung ohnehin durchweg aus seinen Angestellten besteht. H.