Zwar haben die Verbesserung der Angebotschancen und der Nachfrageverlauf in der letzten-Zeit wieder ein besseres ökonomisches Gleichgewicht im Bundesgebiet bewirkt, doch gibt es auf der Nachfrageseite – laut BdL-Bericht für Januar/Februar – „auch heute noch eine Reihe bedenklicher Tendenzen“. Unter ihnen vor allem die Tatsache, daß das Volumen der kurzfristigen Wirtschaftskredite „nach wie vor stärker zunimmt, als es bei besseren Konsolidierungsmöglichkeiten und normalem Liquiditätsstreben durch die Entwicklung gerechtfertigt wäre.“

Allein bei den 480 wöchentlich berichtenden Banken ergab sich nämlich im Januar – statt einer Abnahme – eine nochmalige Zunahme um 257 Mill. DM (Januar 1951: 101 Mill.), in der ersten Februarhälfte um weitere 191 Mill. DM. Der Saisonrhythmus setzte sich also diesmal noch weniger durch als 1951. Diagnose des Vorgangs: „Ziemlich expansiv“. Gründe: Hohe Steuerverpflichtungen, anhaltendes – Liquiditätsstreben, Unmöglichkeit, kurzfristige Kredite zu konsolidieren (wegen der Verfassung weiter Teile des Wertpapiermarktes).

Kein Wunder, daß sich das Geldvolumen im Januar „ungleich schwächer“ verringert hat als in den Vorjahren (200 bis 250 Mill. gegenüber rund 360 Mill. in 1951 und etwa 860 Mill. DM in 1950) und im Februar „aller Wahrscheinlichkeit nach sogar wieder beträchtlich erweitert wurde“. Trotz Beibehaltung der in der Zahlungsbilanzkrise vom Winter 1950/51 erhöhten Zins- und Mindestreservensätze. Fazit der Notenbank: Es wäre „nicht unbedenklich“, neben den inzwischen vorgenommenen Krediterleichterungen, insbesondere administrativer Art, auch noch diese „Bremsen der Kreditexpansion“ zu lockern. B.