Der bunte Traum macht die Welt schöner“ – so verkündete die Allianz-Filmverleihgesellschaft in Frankfurt. Der „Bunte Traum“ ist ein Eisrevue – Farbfilm („verblüffend durch seine Pracht“), inszeniert von Geza von Cziffra. Er wurde für „die Legion von Filmfreunden, die im Traumland der Freude und Verlockung lustwandeln möchten“, unter dem großen „finanziellen Opfer“ von zweieinhalb Millionen D-Mark gedreht.

Das Motto des Films lautet: Der Weg zum Ruhm. Marina (Vera Molnar) wird nach Italien verschlagen und macht angesichts der Insel Isola Bella bei einer zufällig anwesenden Filmgesellschaft Karriere. Wenn diese Filmfabel Wirklichkeitsgehalt haben sollte, dann müßte die Voraussetzung gelten, daß Filmleute auch im Leben solch? Banausen und künstlerischen Analphabeten sind wie die, die uns in diesem Streifen vorgeführt werden ... Aber auch dann noch bleibt die Frage: wie blendet man vom sommerlichen Italien zu einer Eisrevue über?

Der Film zeigt azurblauen Himmel und azurblaues Meer. Ein unsagbar primitiver Dialog martert die Magengrube. („Ich will die absolute Wahrheit wissen!“ Antwort: „Alles im Leben ist relativ.“) Die Eisrevue kommt nach dem happy end, als Zugabe sozusagen. Und wirklich: Maxie und Ernst Baier, Lydia Veicht und Frank Sawers entschädigen reichlich für die ausgestandenen Magenschmerzen; denn endlich begegnet man dem künstlerischen Elan, dem Können, dem Geschmack und der beschwingten Lebensfreude, die wir im voraufgegangenen Film „Der bunte Traum“ vermissen. Schade, daß niemand kommt und dem Produzenten folgenden Vorschlag macht: „Lassen Sie nur die Eisrevue laufen und schneiden Sie alles andere Weg! Dann haben Sie die volle Zustimmung der Kritik, der Film kostet mindestens eine Million weniger, Sie verdienen genau soviel und der Geschmack des Publikums wird nicht verdorben!“ Heinz Friedrich