Eines Nachmittags betrat Sampson, der Kassierer einer Vergnügungshalle in einer mittelgroßen englischen Stadt das Büro des Direktors und stellte einen hohen, länglichen Gegenstand auf den Schreibtisch. Dann zog er das verhüllende schwarze Tuch herunter, und Direktor Potter starrte verblüfft auf einen vernickelten Käfig.

Unbeweglich saß auf einer Stange ein großer Papagei mit blauen Federn, die wunderbar leuchteten.

„Was soll das, Sampson?“ rief Potter und beugte sich neugierig vor. Statt zu antworten, nahm der Kassierer ein Holzstäbchen aus der Rocktasche und klopfte dem Papagei sachte auf den Schweif.

Da rief der Vogel laut schnarrend: „Nur nicht drängeln, nur nicht drängeln, es kommt jeder dran!“

„Ich ahne Fürchterliches, Sampson“, sagte der Direktor dumpf. „Dieses Tier wollen Sie wohl mit in die Kasse nehmen, zur Erziehung des Publikums?“

„Diesen herrlichen Papagei“, erwiderte Sampson, „fand ich in einem Vogelladen, der eine ganze Menge dressierter Papageien hat. Er sollte eigentlich in ein billiges Warenhaus kommen, wo sich auch immer die Leute so furchtbar drücken. Was für ein Varietedirektor sind Sie, Potter, daß Sie nicht auf den ersten Blick merken, was für eine Reklame ich hier ins Haus bringe!“

Der Papagei „Ernst“ wurde, wie Sampson richtig vermutet hatte, eine Sensation. Aber auch sonst erfüllte sich die Erwartung des Kassierers: Der Vogel erzog die Menschen. Sie drängten nicht mehr so wild, sie schrieen nicht mehr so laut und so wirr durcheinander. Still, ordentlich lauschend standen die Leute im Kassenraum. Das blaue Gefieder des Papageis schimmerte wie eine mystische Ampel in der gedämpft beleuchteten Halle. Nur wenn der Kassierer dem Vogel mit dem Stäbchen auf den Schweif klopfte, rief dieser seinen groteskmahnenden Ruf. Da die Leute aber diesen Ruf hören wollten, um sich darüber zu belustigen, verhielten sie sich still und ordentlich, denn nur dann klopfte der Kassierer dem Papagei auf den Schweif, so völlig hatten Absicht und Wirkung sich gedreht.