DIE ZEIT

Flickwerk

Die Luft im Palais Bourbon stand dumpf und unbewegt über dem Halbrund redender und gestikulierender Volksvertreter. Alle, mit Ausnahme der Kommunisten, hatten eben noch den enormen Ausgaben für die Aufrüstung und den Krieg in Indochina zugestimmt.

Lex Starhemberg

Als vor einigen Monaten das höchste österreichische Gericht die Rückgabe der 1939 beschlagnahmten Güter des früheren Heimwehrchefs Fürst Starhemberg an den Eigentümer anordnete, drohten die Wiener Kommunisten mit Streiks und die Sozialdemokraten mit einem Gesetzesantrag im Parlament.

Unerwünschtes Erbe

In diesen Wochen, so kommt die Kunde aus der französischen Zone, erging eine Reihe von Stellungsbefehlen der französischen Armee an junge Deutsche, deren Eltern nach 1919 aus dem an Frankreich abgetretenen Elsaß-Lothringen „ins Reich“ übersiedelten, weil sie Deutsche bleiben wollten.

Otto Strasser

Otto Strasser, seinerzeit von Hitler ausgebürgert und noch heute der Puritaner des Nationalsozialismus, der diesen sozusagen in seiner ursprünglichen Reinheit wiederherstellen möchte, ist soeben in Schweden eingetroffen.

Frankreich wird kriegsmüde in Indochina

Der Krieg in Indochina kostet Frankreich nicht nur eine Milliarde Dollar im Jahr, es fallen auch jährlich mehr Offiziere als die französische Armee im gleichen Zeitraum aus ihrer Kriegsakademie erhält .

ZEITSPIEGEL

„Es ist eine Schande, daß ein Machwerk dieser Art von dem Regisseur des „Jud Süß“ wieder in einem deutschen Kino gezeigt, wird.

Kirk sammelt die Emigranten

Bald nach seiner Rückkehr nach Amerika hat der bisherige USA-Botschafter in Moskau, Admiral Alan G. Kirk, die Leitung des Komitees „Für die Befreiung der Völker Rußlands“ übernommen, ohne Rücksicht auf Belastungen, die sich hieraus für das amerikanisch-sowjetische Verhältnis ergeben könnten.

Robert A. Taft

Seit zwanzig Jahren steht an der Spitze der Regierung der Vereinigten Staaten von Nordamerika ein demokratischer Präsident. Am 4.

Lehren aus dem Fall Kemritz

Im Waffenstillstandszeit von Panmunjon überreichte der amerikanische Konteradmiral Libby am 2. Januar den chinesischen und nordkoreanischen Unterhändlern einen schriftlichen Vorschlag, den Austausch von Kriegsgefangenen und Zivilinternierten von der Wahl des Regimes und der Ideologien, für die jeder einzelne sich aus freien Stücken entscheidet, abhängig zu machen.

Wie lange noch?

Unter den rund 650 „Kriegsverbrechern“, die sich in alliierten Gefängnissen auf deutschem Gebiet befinden, gibt es Schuldige, weniger Schuldige, deren Strafe zu hoch bemessen ist, und Schuldlose.

Beryllium heizt die „Supernova“

Die höchst merkwürdige Erscheinung der „Supernova“, eines sehr seltenen Vorgangs in unserem Sternensystem, scheint jetzt durch die Ergebnisse der atomphysikalischen Forschung erklärbar zu werden.

„Der bunte Traum“

Der bunte Traum macht die Welt schöner“ – so verkündete die Allianz-Filmverleihgesellschaft in Frankfurt. Der „Bunte Traum“ ist ein Eisrevue – Farbfilm („verblüffend durch seine Pracht“), inszeniert von Geza von Cziffra.

Papier zerstört Leben

Mit Arthur Adamovs Schauspiel „Die Invasion" ist endlich das Werk eines Dramatikers auch auf die de

Druck auf den Ballhausplatz

Wird Österreich weiterhin das letzte Exempelfür die Möglichkeit einer, sei es auch begrenzten Zusammenarbeit zwischen Ost und West bleiben oder soll jetzt auch in Wien die Spannung den allenthalben üblichen Grad erreichen? Diese Frage stellt man jetzt in der österreichischen Hauptstadt angesichts des publizistischen Trommelfeuers, das die Sowjets seit einiger Zeit gegen die Wiener Regierung richten.

„Denen, die wir lieben“

Paul Hindemith nahm am Sonntagvormittag in der Musikhalle den Bach-Preis entgegen, der ihm im vorigen Jahre verliehen wurde und, wie Hamburgs Kultursenator Landahl sagte, alle drei Jahre einen deutschen Komponisten ehren, soll, der würdig ist, in Verbindung mit dem Namen des Thomaskantors genannt zu werden.

Von Fräulein Helen und Donna Grazia

Verachtet mir den Schlager nicht! Wie der Kriminalromanan Verstand und Phantasie des ablenkungsbedürftigen Menschen von heute, so appelliert der Schlager an das Gemüt der vielen, die sich mit den Mitteln der höheren Kunst nicht auszudrücken wissen.

Was gehört zu einem guten Stück?

Prozesse sind immer zugkräftig. Die Hamburger Kammerspiele waren an dem Sonntagmorgen überfüllt, an dem eine „Gerichtsverhandlung gegen vier Hamburger Dramaturgen stattfand, die schlimmer Spielplanvergehen angeklagt wurden.

Der Ruhm des Unberühmten

Der Primus der Klasse war Emil Wolff, klein, rotblond, mit wasserblauen Augen. Er war nicht allein sehr klug, sondern auch sehr fleißig, weshalb er vom Klaßleiter offiziell ‚der Musterschüler‘ genannt wurde.

Die Bildersprache der Welt verstehen ...

Fast alle Menschen, die Goethe im Leben begegnet sind, sprachen mit Erstaunen und Bewunderung von seinem großen Auge. In diesem Auge lebte noch die menschliche Urkraft des Schauens; die Bilder der Welt wurden von ihm eingesogen und in ein denkendes Bewußtsein aufgenommen, aus dem sie als dichterische Gleichnisse oder Wahrsprüche der Erkenntnis wieder zurückstrahlten.

Die böseste Zunge seit Voltaire

In Fontenay bei Paris lebt in Gesellschaft eines Affen und einer Katze, dem melancholischenRestbestand einer Menagerie von Findeltieren aller Art, ein kurioses, etwas heruntergekommen aussehendes Männchen mit Nickelbrille und Fellkapuze: Paul Léautaud, der indiesen Tagen seinen achtzigsten Geburtstag feierte.

Das Drehbuch und die Dichter

Meine Erfahrungen mit dem Film reichen weit zurück. Eigentlich haben wir uns als Knaben schon welche ausgedacht, als es noch gar keine Kinotheater gab.

Sie werden es lernen!

Nach einer Berliner Meldung sind die „Sächsische Zeitung“ und die „Volksstimme“ vom Zentralkomitee der SED gerüffelt worden, weil sie „mit der schnellen Entwicklung der Probleme unseres Kampfes um Einheit, Frieden und Planerfüllung nicht mehr Schritt halten“.

Es kommt jeder dran!

Eines Nachmittags betrat Sampson, der Kassierer einer Vergnügungshalle in einer mittelgroßen englischen Stadt das Büro des Direktors und stellte einen hohen, länglichen Gegenstand auf den Schreibtisch.

Bremsen bleiben

Zwar haben die Verbesserung der Angebotschancen und der Nachfrageverlauf in der letzten-Zeit wieder ein besseres ökonomisches Gleichgewicht im Bundesgebiet bewirkt, doch gibt es auf der Nachfrageseite – laut BdL-Bericht für Januar/Februar – „auch heute noch eine Reihe bedenklicher Tendenzen“.

Kölns Vorzug: Konsumnähe

Die Kölner Textilmesse, mit der die diesjährigeFrühjahrsmesse am Rhein eröffnet wurde, begann mit optimistischen Erwartungen der rund 2623 in- und ausländische Aussteller.

Friedvolles Sterben

Die Internationale Ruhrbehörde, im Düsseldorfer Atlantic-House geht langsam, aber sicher einem sanften Tode entgegen. Sie hatte in den vergangenen Jahren mehr als einmal die deutsche Öffentlichkeit in Aufregung versetzt und mußte böse Worte und heftige Kritik einstecken.

„Ringbildung“

Die interessierte Bauindustrie verschleiert stets mit denselben den Kernpunkt nicht berührenden Argumenten den Tatbestand. Die Tatsache der Ringbildung wird nicht nur nicht bestritten, sondern es wird versucht, diese strafbare Handlung zu bemänteln, indem man auf die Schädlichkeit des billigsten Angebotes hinweist.

Recht auf Eigentum

Zu den Nachkriegsmaßnahmen der Alliierten, die heute noch die deutsche Wirtschaft und die deutschen Auslandsbeziehungen stark belasten, gehört die Enteignung des privaten deutschen Auslandsvermögens.

Hannover: Blick zum Norden

vom 27. April bis zum 6. Mai angesetzten Technischen Messe, führte diesmal die Reihe der ausländischen Wirtschaftslage mit einem „Skanainavisch-Deutschen Tag“ fort, nachdem Bundesvirtschaftsminister Erhard der Messe den Auftakt gegeben hatte.

Noch einmal: Die Baupreis-Diskussion

Im folgenden veröffentlichen wir noch einmal zwei Zuschriften, die sich mit der Frage der Baupreise befassen. Sie setzen, ebenso wie der Leserbrief auf Seite 20 dieser Ausgabe, die Diskussion fort, die durch den Aufsatz „Bauen könnte billiger sein, wenn .

Die Krise des Franc

Die kritische Situation der französischen Währung findet ihren Ausdruck in dem starken Steigen der freien Gold- und Devisenpreise in Paris.

Belgiens Angst vor deutscher Kohle

Von der belgischen Regierung wird augenblicklich der Vertragsentwurf über die endgültige Gestaltung der Benelux-Union geprüft, der von der holländischen Regierung überwandt würde.

Junge Unternehmer tagten

Den west- und süddeutschen Vorbildern folgend, konstituierte sich jetzt auch für Hamburg und Umgebung ein Arbeitskreis Junger Unternehmer als Untergruppe der Arbeitsgemeinschaft selbständiger Unternehmer.

Neuerscheinungen für die Wirtschaft

Der Bonner Sozialwissenschaftler Privatdozent Dr. Dr. L. H. A. Geck hat im Verlag I. C. B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen, als Heft 147/148 der Sammlung Recht und Staat eine Schrift „Sozialpolitische Aufgaben“ erscheinen lassen, in der die Aufgaben der Sozialpolitik besonders auf zwei Gebieten der praktischen Sozialbetätigung: in der Sozialpädagogik und in der sozialen Betriebsführung, umrissen werden.

Blick auf die Warenmärkte

Wenn Mitte Februar noch auf verschiedenen Rohstoffmärkten die Meinung vorherrschte, daß die Preise ihren tiefsten Punkt erreicht hätten und jetzt eine Zeit neuer Preiserhöhungen folgen würde, so sind diese Hoffnungen in den vergangenen 14 Tagen enttäuscht worden.

In Dortmund, wo die große Halle steht!

Wie die Heimatforschung annimmt, war das Gebiet der heutigen Stadt Dortmund ehedem von Brukterern bewohnt. Als nun die Völkerwanderung begann – die große, die berüchtigte von 400 nach Christus – hätten die anderen germanischen Stämme – so erzählt man sich – auch an die „Tore“ der Stadt Dortmund geklopft: „Heda, mitmachen! Der große Treck ist da.

Kleine Museums-Inventur

Vor dem Kriege besaß die Stadt Dortmund zwei Museen und das „Haus der Kunst“. Die Museumsgebäude – es waren das Heim für Vor- und Frühgeschichte und das Gebäude für Kunst- und Kulturgeschichte – wurden fast völlig zerstört.

Essenzen mit Ruf

Aus der Alchimistenküche des Mittelalters wurde eine industrialisierte Apotheke mit Apparat turen aus Kupfer, Glas und Messing.

80000 Wohnungen seit 1945

Ende Februar 1952 stehen den 536 000 Dortmunder Einwohnern wider rund 126 000 Wohnungen zur Verfügung. Das bedeutet, daß seit 1945 über 80 000 Wohnungen wiederhergestellt oder neu gebaut worden sind, davon über 50 000 seit der Währungsreform.

Umschlagplatz für Massengut

Nach Fertigstellung des Dortmund-Ems-Kanals im Jahre 1898 hat die Stadt Dortmund am 11. August 1899 ihren Hafen in Betrieb genommen.

Soziale Forschung

Eine Stadt wie Dortmund, die heute fast ausschließlich Gebilde und Ausdruck der industriellen Gesellschaft ist, zeigt, wie kein anderer Stadttyp, die der modernen Gesellschaft entsprechenden Sozialprobleme.

Kleine Geschichten

Der Praktikant eines Dortmunder Hüttenwerks, der nach der ersten Arbeitswoche einen Bericht über das von ihm Gelernte niederschreiben muß, wendet sich, nachdem er eine Zeitlang ergebnislos an seinem Bleistift herumgekaut hat, an den leitenden Ingenieur und fragt, ob dieser ihm nicht das alphabetische Eisenverzeichnis leihen könne.

Stadt der Weiterverarbeitung

Dortmund – der alte niederdeutsche Name Dörpen kommt auch in der ländlichen Umgangssprache immer mehr aus der Übung – am Hellweg, der alten Verbindungsstraße zwischen Rhein und Weser gelegen, die östlichste der sechs großen Städte des Ruhrgebietes, ist heute die Stadt, die die größte.

Am Rande:: Immer derselbe

Seit Finchens Mann gestorben ist, findet man die junge Witwe fast täglich auf dem Friedhof, wo sie das, Grab des Dahingeschiedenen mit der ganzen Hingabe einer über den Tod hinaus dauernden Liebe pflegt.

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