Die Kölner Textilmesse, mit der die diesjährigeFrühjahrsmesse am Rhein eröffnet wurde, begann mit optimistischen Erwartungen der rund 2623 in- und ausländische Aussteller. Dieser Optimismus ist relativ zu werten, da er nur auf dem Hintergrund der derzeitigen wirtschaftlichen Situation in der gesamten Textilbranche zu beurteilen ist. Unter dieser Voraussetzung sind die Erwartungen nicht unerfüllt geblieben. Für das Kölner Messegeschäft war die Tatsache entscheidend, daß die Nachfrage in Form meist mittelfristiger oder kurzfristiger Dispositionen wirksam wurde. Eine gewisse Vorsicht ist aber noch immer beim Handel festzustellen.

Die Nachfrage stieß in Köln auf ein reichhaltiges und qualitativ gutes Angebot. Die Kölner Textilmesse hat wieder bewiesen, daß für eine Messe die Konsumnähe von entscheidender Bedeutung ist. Ein spürbar lebhafteres Interesse bestand für alle modischen Artikel, das sich ferner auch auf gute, und relativ preisgünstige Importwäre erstreckte. Hemmend wirkte sich allerdings die Inanspruchnahme längerer Zahlungsfristen aus, obwohl es in einigen Fällen so schien, als ob der Handel sich für die Frühjahrsmesse Geldreserven aufgespart hätte, die er nun für die Aufträge aktivierte. – Die modische Note des Kölner Angebotes zeigte keine Überraschungen. Bei den Damenstotten dominieren bunte und einprägsame Farben. Die erwartete Wendung der Herrenmode zur engen Hose und zum Stil der Jahrhundertwende ist nicht eingetreten.

Das Auslandsgeschäft ließ sich nach anfänglichen Kontingent-Nöten gut an und brachte für die rund 500 ausländischen Ausstellerdurchweg zufriedenstellende Ergebnisse. – Die Messe hat gezeigt, daß es nicht auf Rekord-Besucherzahlen ankommt, sondern viel wichtiger ist, welche Qualifikation die Besucher aufweisen. In dieser Beziehung ließ diese Messe kaum etwas zu wünschen übrig. Der Eindruck, daß der qualifizierte, wenn auch vorsichtig disponierende Käufer überwog, wurde allgemein bestätigt. Der Zeitpunkt schien nicht für die Textilbranchen, sondern im allgemeinen auch für die übrigen in Köln vertretenen Branchen (Leder, Galanterie- und Schmuckwaren, Rauchwaren und Heimtextilien) günstig zu liegen. Dü.