Zu den Nachkriegsmaßnahmen der Alliierten, die heute noch die deutsche Wirtschaft und die deutschen Auslandsbeziehungen stark belasten, gehört die Enteignung des privaten deutschen Auslandsvermögens. Diese völkerrechtswidrige Bestimmung habe, wie der Vorsitzende der Studiengesellschaft für privatrechtliche Auslandsinteressen, Dr. H. Janssen, auf der vierten Arbeitstagung in Stuttgart sagte, nicht nur einige ehemalige Rüstungsunternehmen, sondern vor allem viele Firmen getroffen, die in friedlichem Verkehr mit dem Ausland ihren Geschäften nachgegangen seien. Es geht der Studiengesellschaft aber, wie mehrfach zum Ausdruck kam, um mehr als nur um die Entschädigung der Enteigneten. Sie will besonders im Hinblick auf die Bestrebungen für eine europäische Gemeinschaft dazu beitragen, daß dem Rechtsgedanken des Schutzes des Privateigentums wieder Geltung verschafft wird. Sie setzt sich daher für eine vernünftige Lösung des Problems der deutschen Schulden ein.

Als bemerkenswerter Beweis für die Übereinstimmung der Interessen der Studiengesellschaft mit der Ansicht weiter Kreise der deutschen Bevölkerung, kann hierbei die Bemerkung Prof. Baades angesehen werden, der in seiner Rede im Anschluß an die Ansprache des Bundestagsabgeordneten Dr. Pfleiderer sagte, daß er als Vertreter der Opposition (ausnahmsweise) mit dem Kollegen. der Regierungskoalition in der Frage der deutschen Auslandsvermögen und ihrer Behandlung einig sei. Die Tägung, die mit einem Aufruf an den Bundestag und an die Bundesregierung schloß „alle Mittel und Wege zur Freigabe noch vorhandener Vermögen oder des Liquidationserlöses zu benutzen“, hinterließ den erfreulichen Eindruck, daß hier ein Personenkreis zusammengekommen war, der sich über die persönlichen Interessen hinaus im Interesse einer allgemeinen Verstänidgung für den Rechtsschutz des Privateigentums einsetzt. C. B.