Nach Fertigstellung des Dortmund-Ems-Kanals im Jahre 1898 hat die Stadt Dortmund am 11. August 1899 ihren Hafen in Betrieb genommen. Seitdem dient er in erster Linie den Zwecken der Dortmunder Schwerindustrie, wie ja auch der-Dortmund-Ems-Kanal hauptsächlich erbaut worden ist, um der westfälischen Kohle einen billigen Wasserweg zur deutschen Nordseeküste zu schaffen. Mit Hilfe der Wasserstraße sollte die Kohlen- und Eisenindustrie Westfalens gegenüber der direkt am Rhein liegenden wettbewerbsfähig bleiben. Dortmund, der Endhafen des Dortmund-Ems-Kanals, hat direkte Schiffsverbindung mit den Häfen des Rheins, des Mains und des Neckars, mit den belgischen und holländischen Seehäfen, mit Emden, Bremen und Hamburg und mit allen Binnenhäfen des norddeutschen Wasserstraßennetzes bis zur Oder hin. Die meisten Güter kommen aus Dortmund oder sind dafür bestimmt.

Darüber hinaus ist besonders das Sauerland mit seiner Kleinindustrie am Dortmunder Hafen interessiert. Auf dem 200 ha großen Hafengeländ stehen zehn Hafenbecken mit einer nutzbaren Uferlänge von 9 km zur Verfügung. Nach Abzug der Wasser-, Straßen- und Eisenbahnflächen bleiben 100 ha zur wirtschaftlichen Verwertung.

Dortmund ist hauptsächlich ein Umschlagplatz für Massengut. Die Einfuhr im Dortmunder Hafen ist drei- bis viermal so groß als die Ausfuhr. Eisenerz, Sand, Kies und Kohlen sind mit etwa 80 v. H. im Umschlagsgut enthalten. Von den anderen Gütern überwiegen Eisen und Stahl, Getreide und Lebensmittel, darunter auch Zucker. An der jährlichen Gesamtzuckeranfuhr nach Dortmund ist diejenige über den Hafen seit 1948 mit etwa 30 bis 50 v. H. beteiligt.

Güterumschlag und Lagerung liegen beim Dortmunder Hafen in der Hand der privaten Wirtschaft. Die folgenden Verkehrszahlen spiegeln auch die Wirtschaftslage der Stadt wider. Der Umschlagsverkehr betrug

1936 4 285 056 t 1948 1 144 226 t

1938 5 189 267 t 1949 1675 911 t

1946 256 203 t 1950 2 324 170 t