Bevor General Eisenhower, bei seinem Athener Besuch vom griechischen König zum Diner eingeladen, sich in die königliche Villa begab – die griechischen -Könige residieren nicht mehr in dem vom bayerischen König Otto gebauten Palast –, empfing er den griechischen General Papagos in, man kann es nicht anders nennen, Audienz. Papagos, der Sieger im griechischen Bürgerkrieg, der mit König Paul in erbittertem Streit lebt, empfahl sich dem amerikanischen General als Nachfolger des amtierenden griechischen Ministerpräsidenten Plastiras. Daß General Eisenhower Papagos offiziell empfing, bevor er sich zum König begab, war ein wohlberechneter Affront. In der amerikanischen Presse hat dieses taktlose Verhalten lebhafte Unterstützung gefunden.

Die New York Times schrieb über „gewisse Geschehnisse in Griechenland“, die die „Einheit des griechischen Volkes“ zerstören könnten. Das klingt sehr faschistisch, wie könnte man sonst von einer „Einheit“ eines Volkes sprechen; in einer Demokratie gibt es doch mehrere Parteien. Daher wohl auch die Vorliebe für den antiparlamentarischen General Papagos. Die New York Herald Tribune schlägt in die gleiche Kerbe, wenn sie auch vorsichtiger in der Formulierung ist.

Es ist nicht schwer, den zu finden, der hinter dieser Kampagne steht und sie leitet. Es ist der amerikanische Botschafter in Athen, der sich mit aller Hemdsärmeligkeit wie ein Legat in einer römischen Provinz geriert. Nur ein einziges Beispiel sei hierfür angeführt: In dem amerikanischgriechischen Ausschuß des Koordinations-Ministeriums teilte der griechische Vertreter mit, die Geschäfte des Ministeriums würden in Zukunft auf zwei von verschiedenen Ministern geleitete Abteilungen verteilt werden. Die Antwort des Amerikaners: „Diesen Antrag wollen Sie bitte schriftlich einreichen.“

Daß der Privatsekretär des Königs Paul oder daß die Königin Friederike oder daß der König selbst möglicherweise Papagos gegenüber voreingenommen sind, was geht das den amerikanischen Botschafter Peurifoy und den General Eisenhower an?

„Unsere Angelegenheiten“, schrieb kürzlich das Milwaukee Journal, „würden überall glücklicher laufen, wenn wir Amerikaner uns taktvoller benähmen und versuchten, wie gleichberechtigte Partner zu handeln.“ Es wäre schön, wenn das Milwaukee Journal auch von Mr. Peurifoy gelesen würde. -l