1924 war Gerhart Hauptmann mit dem Entwurf eines Dramas „Herbert Engelmann“ fertig, das 1923 in einer Berliner Inflationspension spielt und in dessen Mittelpunkt ein von Verschüttung und Gefangenschaft im Kern seiner Persönlichkeit verletzter Heimkehrer steht. Dir Dichter führte den Entwurf nicht ganz aus; der Umriß war da, die Innenzeichnung fehlte. Sie ist nun – ungewöhnliches Beispiel einer Zusammenarbeit zweier bedeutender Bühnenautoren – von Carl Zuckmayer nachgeholt worden. Das so entstandene Gemeinschaftswerk wird demnächst in einer Buchausgabe erscheinen (bei S. Fischer), die Hauptmanns Originaltext und Zuckmayers Bearbeitung gegenüberstellt. Die erste sehr eindrucksvolle Erprobung auf der Bühne unternahm das Ensemble der Wiener Burg im Akademie-Theater unter Führung von Berthold Viertel (mit O. W. Fischer in der Titelrolle). Wir werden über diese wichtige Uraufführung in unserer nächsten Ausgabe ausführlich berichten.