Die Frankfurter Frühjahrsmesse (bis 14. März) verfügt über ein beweiskräftiges Positivum: die Vielzahl der in den Messehallen vertretenen Branchen kann praktisch jeden einschlägigen Kauf wunsch auffangen. Wenn von den mehr als 3700 Ausstellern über 47 v. H. auf nichtdeutsche Teilnehmer entfallen, so ist das außer dem höchsten Ausländeranteil an den bisherigen Nachkriegsmessen eine Demonstration des Handelswillens und zugleich ein sehr deutlicher Hinweis auf eine Verschärfung des Wettbewerbs auf dem internationalen Markt.

Unter den 60 Nationen – die Sowjetzone fehlt – sieht man (erstmals auf einer deutschen Messe) Formosa, Hongkong, Libyen, Äthiopien. Die asiatische Repräsentanz, stärker als seither, wetteifert mit afrikanischen Gebieten, Nord-, Mittel- und Südamerika sowie mehr als zwanzig „Kontinentalen“ um die Notizen in den Auftragsbüchern. 11,6 Mill. DM an Devisenkontingenten (für 32 Länder) stellte derBWM-Einfuhrausschuß für Nahrungs- und Genußmittel, rund 12 Mill. DM (16 Länder) für den gewerblichen Abschnitt zur Verfügung. Das sind 51,7 und 51,3 v. H. der den drei Frühjahrsmessen insgesamt zugewiesenen Kontingente.

Gut drei Viertel aller Aussteller kommen aus der Industrie, fast 15 v. H. aus dem Handwerk. „Textil und Bekleidung“ bilden mit 900 deutschen (darunter die exportwichtigen Stoffdrucker) und ausländischen Firmen aus fünfzehn Staaten einen der Schwerpunkte. Kein Wunder, daß das Messeamt diese „nunmehr bedeutendste deutsche Textilmesse“ zu den „wichtigsten internationalen Textilmärkten Europas“ rechnet. Zum erstenmal seit Kriegsende beteiligt sich offiziell an einer allgemeinen Mustermesse die Musikinstrumentenindustrie. Und die kosmetische Branche wurde vom zuständigen Fachverband zur „Deutschen Kosmetikmesse“ erklärt.

Zunächst aber soll nun die Frankfurter Frühjahrsmesse eine möglichst klare Antwort auf die oft gestellte Frage zu geben versuchen, ob diese Veranstaltung, die unter dem nicht zu bannenden Schatten des Käufers steht, eine Wendemarke der Konjunktur ist. Be.