Die Frage der deutschen Gleichberechtigung spielt nicht nur in der großen Politik ihre Rolle: sie wird auch im Alltag aufgeworfen. Ein Brief aus Afrika zeigt, daß auch der dunkle Erdteil sich noch nicht allzu weit vom Jahr 1945 entfernt hat. Der Briefschreiber berichtet aus Spanisch Guinea, daß dort jeder Versuch, das eingefrorene deutsche Vermögen wieder den Eigentümern zurückzuerstatten, durch die britische Diplomatie unterbunden wird, „die eine Gefahr in jedem noch tätigen deutschen Kaufmann sieht und verhindern will, daß sich irgendwo der deutsche Handel wieder entwickelt“.

Das gleiche Bild zeigt Angola. Die deutschen Unternehmungen unter Sequesterverwaltung gedeihen gut, doch jede kleine Erleichterung, die die portugiesische Verwaltung den Eigentümern hier oder dort gewähren will, stößt auf den Argwohn des britischen Konsuls, „der darüber zu wichen hat, daß keinen Deutschen der Hafer sticht“. – Eine Einreise nach Kenya mit dem Zweck der Niederlassung wurde dem Briefschreiber durch den „Ehrenwerten Beauftragten für Recht und Ordnung“ in dieser Kolonie verweigert.

Abschließend heißt es: „Man kann mit einem deutschen Paß Tanganjika und Kamerun nicht einmal als Durchreiseland benutzen. Wir sind also noch weit davon entfernt, als gleichberechtigte Europäer angesehen zu werden. Fest steht auch, daß man Leute mit größeren Ansprüchen (bezüglich früheren Eigentums) unter allen Umständen diesen Ländern fernhalten will.“ Eg.