Bremen, im März

Der Macht, der politischen, wirtschaftlichen, menschlichen, geistigen und geistlichen, wohnt eine ungeheure Verlockung inne. Jeder Mensch verlangt nach ihr, selbst der Heilige. Aber sie bewirkt auch, daß ihr Träger einsam und böse wird. Eine Gewalt gibt es jedoch, eine einzige, die über die Macht obzusiegen vermag, die Liebe. Auch sie hat indessen ihre Dialektik: je tiefer einer liebt, um so machtloser wird er. Besitzt ein Mensch die Fülle der Macht und verzehrt er sich gleichzeitig in liebender Sehnsucht nach Menschenlähe und warmem Menschentum, dann steht sein Leben und Handeln unter dem Zeichen der Tragik. Es scheint, als habe Frank Thieß dieseSpannung durch den in sich widerspruchsvollen Titel