Im nördlichen Teil des abgetorften Ohe-Moores führt Hamburg seit Mai 1951 eine Siedlungsaktion durch. Geschaffen wurden drei Bauernhöfe und neun Klein- oder Nebenerwerbs-Siedlerstellen. Die Angesiedelten sind Vertriebene, die früher eine Bindung zur Landwirtschaft hatten. Unter ihnen ist auch ein zweiundsiebzigjährigen Afrika-Deutscher, der hier nun Tabak anbaut. Die Mittel für die Siedlung wurden vom Bund und von der Hansestadt Hamburg zur Verfügung gestellt. Außerdem arbeiteten die Neusiedler selbst am Aufbau mit. Sie haben sich, da die Stellen nach dem Siedlungsplan möglichst vollmotorisiert sein sollen, zu einer Maschinengemeinschaft zusammengeschlossen, die jetzt als Stiftung der Deutschen Shell AG einen 16-PS-Hanomag-Trecker erhielt. Durch diese Siedlungsaktion ist ein Gebiet, das nach „wildem“ Abtorfen und Herzschlagen landwirtschaftlich kaum mehr nutzbar war, zu einer ersten, wenn auch bescheidenen Existenzgrundlage für zwölf Familien mit insgesamt 60 Personen geworden. hj.