DIE ZEIT

Spätzünder Nürnberg

In Belgien ist der Direktor einer Baufirma, Baron Antoine Allard, von seinem Posten zurückgetreten, weil diese zur Zeit mit der amerikanischen Luftwaffe über Bauaufträge für Flugplätze verhandelt.

Der goldene Strom aus dem Westen

Präsient Truman hat 7,9 Milliarden Dollar, dasist mehr als das deutsche Steueraufkommen eines ganzen Jahres, vom Kongreß für die Auslandshilfe gefordert, die von jetzt an hauptsächlich eine Rüstungshilfe für Westeuropa sein soll.

Unter der Panama-Flagge

Hamburg hat im Sommer des letzten Jahres den „Fall Montesa“ erlebt, als ein unter der Panamaflagge fahrender Dampfer daran gehindert wurde, ostdeutsches Ladegut, das für China bestimmt war, an Bord zu nehmen.

Das Moskauer Angebot

Als der Inhalt der sowjetischen Note über den deutschen Friedensvertrag bekannt wurde, war man sich im Westen – ohne vorherige Verabredung – völlig einig darüber, daß sie ein schlechtes Machwerk sei, nur dazu fabriziert, die Verhandlungen über einen deutschen Wehrbeitrag zu stören.

Beleidigung des Bundeskanzlers

Ein Karikaturist ist von der Dritten Bielefelder Strafkammer zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden, weil er Bundeskanzler Dr.

Zentralafrika wird Staat

Die Südafrikanische Union gehört dem Commonwealth mehr aus Gründen der Zweckmäßigkeit als aus innerer Verbundenheit mit dem englischen Imperium an.

ZEITSPIEGEL

Der Bundestagsabgeordnete Stephan Weickert (BHE/DG), ein Heimatvertriebener aus dem Sudetenland, ist am 16. März im Alter von 60 Jahren einem Gehirnschlag erlegen.

Wie die SED zu sein wünscht

Ernst Lohagen, Landessekretär der Sozialistischen Einheitspartei im größten Land der Sowjetzone, in Sachsen, Mitglied des Politbüros der SED, Vorsitzender der „Nationalen Front“, muß alle Führungsämter verlassen und „Aufklärer“ sein: das heißt kleine und kleinste Kreise der Ostzonen-Bevölkerung davon überzeugen, daß die Politik der SED-Großkopfeten stets auf dem richtigen Wege sei.

Bevan gegen Attlee

Die Revolte von 57 Labourabgeordneten gegen die eigene Parteileitung ist ein schwerwiegendes Ereignis für das ganze politische Leben Englands, obschon die Gegensätze vorläufig überdeckt worden sind.

Alexandra Kollontai

Im Jahr 1896 kommt es in Petrograd zu einem Streik der Textilarbeiter. Die Ochrana stößt bei der Suche nach den Drahtziehern auf die bildhübsche damals 24jährige Tochter eines Generals: Alexandra Michailowna, die später als Frau Kollontai bekanntgeworden ist.

NORBERT JACQUES:: Winzige Geschichten

Im Schwabenlande sollte, bei einem Umtrunk, als Gesellschaftsspiel ein jeder die Begebenheit berichten, die er für die beschämendste seines Lebens hielt.

Eine Posaune vor Gericht

Posaunenbläser gelten seit biblischen Zeiten als umstürzlerische Elemente. Man sagt, daß sie Mauern zum Einsturz bringen könnten, so die von Jericho, die ihnen sieben Tage lang vergeblich trotzten.

Kuriose Allgemeinbildung

Der Neulehrer in der Ostzone, der sich lange auf sein parteigeschultes Gewissen verlassen mußte, kann erleichtert aufatmen. Vor kurzem hat er endlich die sehnlich erwarteten Lehrpläne erhalten, die ihm genau sagen, was er jede Woche durchzunehmen hat.

Sade über die Sadisten

Der Marquis de Sade ist zwar nicht ganz schuldlos, aber doch durch eine gröbliche Mißdeutung seiner Geistesart dem Schicksal anheimgefallen, als Inbegriff perverser Quälsucht zu gelten, für deren Bezeichnung er sogar seinen Namen hergeben mußte.

Salomo auf dem Turm

Die Senoritas hatten mir den Kopf verdreht, und mein Vorsatz, die maurische Baukunst zu studieren, hatte den Weg zur Hölle um einen weiteren Stein des Anstoßes vermehrt.

Zuckmayer läßt Hauptmann siegen

In dem 1924 entstandenen Stück „Herbert Engelmann“ stecken eigentlich drei: Als unbarmherziges Prisma zerlegt es den Fäulnisglanz über dem Deutschland knapp nach dem ersten Weltkrieg, es demonstriert darin ein Heimkehrerschicksal, weit eindringlicher als Tollers dem Woyzzeck nachempfundener „Hinkemann“ oder Möllers „Douaumont“, und es rollt eine Raskolnikowtragödie auf.

Unzufriedene Bankiers

Nach dem, was ein Berliner Bankier dem Chronisten jüngst von den Übergangsbestimmungen (fixiert von der für die unmittelbare Bösenaufsicht kompetenten Industrie- und Handelskammer e.

Ein Stück Heimat

Die Vorstellung, daß heute noch, fast sieben Jahre nach Kriegsende, Hunderttausende von Ostvertriebenen (und Ausgebombten) in Baracken und Massen quartieren untergebracht sind, hat für viele unserer besser behausten Mitbürger etwas Quälendes: man weiß von diesem Elend, ohne es näher zu kennen – man möchte wohl gerne helfen, aber sieht keine praktische Möglichkeit, sinnvoll einzugreifen.

Echtes Vertrauen in billige Qualität

Die Preise fallen, also wird in Deutschland einmal wieder vom Rationalisieren gesprochen. Die Rationalisierung sollte ja eigentlich dann in Angriff genommen werden, wenn in der Hausse Gewinne „mitgenommen“ werden konnten.

Berliner Börse wiedereröffnet

Die Entblößung Berlins von effektiven Stücken zwingt dazu, den Börsenverkehr zunächst anders zu regeln als im Bundesgebiet, Berlin stellt nämlich nicht nur für diese Stücke und selbstverständlich auch für die bereits auf D-Mark umgestellten Aktien Kurse fest, sondern auch für die Neugirosammeldepotanteile.

Frontalangriff auf den Wohlfahrtsstaat

Daß Mr. Butler in der Anwendung seiner „orthodoxen Überzeugungen“ auf die Finanzpolitik sehr viel Mut bewiesen habe: das können auch, seine Gegner nicht abstreiten.

Tapeten wechseln!

Eine Woche der Tapete findet vom 22. bis 30. März im gesamten Bundesgebiet statt, sie steht unter dem Motto: einmal die Tapete wechseln Eine Tagung des Verbandes deutscher Tapetenfabrikanten befaßte sich in Garmisch-Partenkirchen unter Leitung van Verbandspräsident Dr.

Hüte im Export

Vor dem Kriege lieferte Deutschland ein Drittel bis ein Viertel seiner Hutproduktion als begehrte Qualitätserzeugnisse ins Ausland.

Neuer Kohlenpreis

Am 12. März hat der Preisrat der Bundesregierung dem Bundeskabinett empfohlen, die Kohlenpreise bereinigen, aber den Hausbrand von einer Verteuerung auszunehmen.

Zweckpessimismus?

Die 2400 gemeinnützigen Wohnungsunternehmen haben im vergangenen Jahr 151 611 Wohnungen gebaut; damit erreicht ihr Anteil am gesamten Wohnungsbau 43 v.

Die „Kornkette“

Schmuggel und Schwarzbrennen trugen dieHauptschuld daran, daß der Kornbranntweinin den ersten Nachkriegsjahren häufig nur mit Vorsicht genossen werden durfte.

Unter Kostendruck

Die Heiz- und Kochgeräteindustrie (HKI) Hat im vergangenen Jahr 2,8 Mill. Geräte abgesetzt, womit eine Absatzsteigerung gegenüber 1950 von rund 10 v.

Wieder einmal: gespaltene Holzpreise

Der im Oktober eingeleitete Versuch, mit Hilfe von Angemessenheitspreisen den Holzmarkt zu stabilisieren, hat eine Marktspaltung nicht verändern können.

Der Verwaltungsrat

Am 19. März trat der vom Bundeskabinett acht Tage vor dem Ablauf der gesetzlich vorgeschriebenen Frist gebildete Verwaltungsrat der Deutschen Bundesbahn zu seiner konstituierenden Sitzung in der Bundeshauptstadt zusammen.

Billig siedeln

Im nördlichen Teil des abgetorften Ohe-Moores führt Hamburg seit Mai 1951 eine Siedlungsaktion durch. Geschaffen wurden drei Bauernhöfe und neun Klein- oder Nebenerwerbs-Siedlerstellen.

Rühriges Frankfurt

Als Bundeshauptstadt-Provisorium zwar verschmäht, hat Frankfurt als Wirtschaftsgebiet seither gut, ja glänzend reüssiert. Die „an der Naht“ der süd-, west- und mitteldeutschen Raumgebiete gelegene Stadt überrascht durch ein hohes Maß an ökonomischer Aktivität, an Vielseitigkeit und Leistung; der Wiederaufbau auf allen Ebenen wirtschaftlicher Betätigung „kann sich sehen lassen“.

Initiative der Länder

Schäffers Kampf um Erhöhung des Bundesanteils an der Einkommen- und Körperschaftssteuer der Länder von 27 auf 40 v. H. ist im Augenblick, da diese Zeilen in Druck gehen, noch nicht entschieden.

Wiederaufbauprobleme im Querschnitt

Auf der 26. Hotel-, Gastwirts- und Konditoren-Messe, die vom 20. bis 25. März in Hamburg stattfindet, werden neben den regelmäßig auf dieser Hamburger Fachmesse vertretenen Firmen 30 v.

Blick auf die Warenmärkte

Die Preisbewegung an den Börsen von New York und Chicago, die seit langem als alleiniges Barometer für die Vorgänge auf den Warenmärkten galt, verführt zu dem Schluß, daß die rückläufigen Preise sich in den letzten vierzehn Tagen mehr oder weniger stabilisiert haben.

Latex wirbt um Deutschland

Mit der Gründung des Internationalen Kautschukbüros (IKD) Ende vergangenen Jahres in Frankfurt; begannen die international zusammengeschlossenen Institute des Kautschukverbrauches ihre Tätigkeit auch auf Deutschland auszudehnen.

Neuerscheinungen für die Wirtschaft

Welthandel selbst erlebt – Wanderjahre in den Tropen“ heißt der erste Band der Erlebnisse von Helmuth Schmolck (Kurt Vowinkel Verlag, Heidelberg, 182 S.

Neue Produktion

Daimler-Benz entwickelte Sportwagen. De Daimler-Benz AG. hat aus ihrem 1951 zur Automobilausstellung herausgebrachten Sechszylindermodell „300“ jetzt einen Sportwagen „300 SL“ entwickelt.

Der moderne Mensch in seinem Gehäuse

In der Kunsthalle der Stadt Mannheim wurde eine Ausstellung „Die gute Industrieform“ eröffnet, die vielfältige Antworten auf die Fragen gibt: Wie sollen wir wohnen? Wie sollen die Gebrauchsgegenstände unseres modernen Alltags aussehen? Gibt es neue ästhetische Formen unserer technischen Geräte? – Man kann diese Mainheimer Schau als die erste deutsche Reaktion auf die vorjährige „Triennale“ in Mailand ansehen, die einen internationalen Überblick über die Entwicklung neuer Formen gab.

Vorschläge an einen jungen Staat

Freimütige Äußerung war das, was die indonesische Regierung von Dr. Hjalmar Schacht erwartete, als sie ihn einlud, das Land zu besuchen und ein Gutachten über die wirtschaftlichen Möglichkeiten Indonesiens auszuarbeiten.

Handel ist Tausch

Das mit einiger Verspätung – nämlich erst Anfang März – abgeschlossene Abkommen über den deutsch-englischen Warenaustausch im Kalenderjahr 1952 wird voraussichtlich im Bundestag einer harten Kritik seitens der Opposition begegnen.

Münchener Frühling – fast unpolitisch

Der Himmel ist, wie es sich so gehört, bayerischblau. Aber das Weiß des bayerischen Wappenschildes wird dieses Mal nicht durch die sprichwörtlichen kleinen Wölkchen geliefert, sondern durch die breiten Bänder, die eine Staffel von fünfzig oder mehr Düsenflugzeugen von Horizont zu Horizont zieht.

Der Schauspieler Pierre Renoir

Sein Gesicht war schon berühmt und hat viele entzückt, ehe er bekannt war. Mußte er doch – er hat es Julien Green verraten – zwischen dem sechsten und zehnten Lebensjahr seinem Vater, Auguste Renoir, in Mädchenkleidern Modell sitzen für Dutzende der von den Kennern gesuchten so hinreißenden Bildnisse „junger Mädchen“.

Legende der Freundschaft

Wiederum wird, nach Garcia Lorca und Casona, ein spanischer Zeitgenosse – diesmal durch die Vermittlung des in Barcelona lebenden Lope-Übersetzers Hans Schlegel – ins deutsche Theater eingeführt, und wieder ist man verblüfft von einer dramatischen Potenz: Es ist der vierunddreißigjährige Juan Gemran Schroeder-Aramendia, Sohn des deutschen Wegebauingenieurs Schroeder und einer Spanierin.

Im Niemandsland des Lebens

von Rolf Italiaander mit unbeirrbarem Zutrauen in die Schubladen ungespielter Autoren unter Dampf gehalten, sind nach einjähriger Probezeit nun zu kleinen theatralischen Sonntagslustbarkeiten geworden, an denen sich ein ausverkauftes Haus zu ergötzen vermag.

Aus den Unternehmungen

In wenigen Zimmern, mehr schlecht als recht, domiziliert in Wiesbaden, Spiegelgasse 9, der Buch- und Musikverlag Breitkopf & Härtel, geleitet von den Brüdern Dr.

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