Mit der Gründung des Internationalen Kautschukbüros (IKD) Ende vergangenen Jahres in Frankfurt; begannen die international zusammengeschlossenen Institute des Kautschukverbrauches ihre Tätigkeit auch auf Deutschland auszudehnen. Die am 17. März in München begonnene Aktion, die über Stuttgart, Frankfurt, Düsseldorf, Hannover nach Hamburg führen wird, soll den durch den Krieg verlorenen Kontakt mit den ausländischen Forschungszentren herstellen. Der Verbrauch von Latex ist im Vergleich zum Verbrauch von trockenem Kautschuk in Westdeutschland sehr gering, obwohl die Zunahme des Weltverbrauches, der heute bei ungefähr 115 000 t liegt, seit 1939 etwa 200 v. H. beträgt. Von der inzwischen wieder angelaufenen synthetischen Kautschukproduktion in Westdeutschland erhofft man, daß sie bald etwa 10 v. H. des deutschen Bedarfes an Kautschuk decken wird. Eine Steigerung des Latexabsatzes verspricht man sich vor allem in der weiterverarbeitenden Kautschukindustrie, in der Kabel-, Textil-, Automobil- und Polsterindustrie sowie beim Apparate- und Straßenbau.

Hervorragend ist die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Kautschukzentren von Ostasien Indonesien, Malaya und Indochina mit den europäischen Instituten in Holland, England und Frankreich. Durch den regelmäßigen Erfahrungsaustausch wissenschaftlicher Resultate wird versucht, ein dauerhaftes Gleichgewicht zwischen Produktion und Weltbedarf zu erreichen. Wie Dr. Houwink von Rubber-Stichting, Delft/Holland, betonte, sei mit einem weiteren Fallen der Kautschukpreise bis etwa auf die Basis von 1940 bis 1945 zu rechnen. Er sieht die Zukunft einer Latexabsatzsteigerung vor allem darin, daß die Gründung einer solchen Industrie nur etwa 20 v. H. an Kapitalinvestitionen gegenüber der Kautschukindustrie bedingt. K o e.