Rlt., Düsseldorf, Mitte März

Am 12. März hat der Preisrat der Bundesregierung dem Bundeskabinett empfohlen, die Kohlenpreise bereinigen, aber den Hausbrand von einer Verteuerung auszunehmen. Gleichzeitig verlautet, der Preisrat habe sich für einen einheitlichen Kohlepreis ausgesprochen. Dieser Beschluß des Preisrates erscheint wie dialektische Seiltänzerei. Industriekohle darf verteuert werden; Hausbrand soll unverändert bleiben; Kleinverbrauch kann verteuert werden und alles in allem muß ein einheitlicher Kohlepreis gefunden werden... Wie es nun eigentlich gemacht werden soll, das überläßt der Preisrat also anderen.

Der Bergbau glaubt, daß er bei einer gleichmäßigen Preiserhöhung für alle Verbrauchergruppen mit etwa 8. DM je Tonne auskommen würde. Bleibe der Hausbrand ausgeschlossen, so müsse eine Erhöhung von 11 DM für die sonstigen Gruppen erfolgen. Jedoch wird nicht zu Unrecht darauf verwiesen, daß Kleinverbraucher und Hausbrand praktisch kaum zu trennen wären.

Auf alle Fälle dürfte ab 1. April die Neuregelung der inländischen Kohlenpreise die Marktspaltung zwischen Normalkohle und Spitzenkohle beseitigen. Der Bergbau fordert weiterhin (nicht zuletzt mit dem Hinweis auf die von Politik und Wirtschaft ständig verschleppte Investitionsanleihe), man möge ihm eine Erhöhung der steuerfreien Abschreibungen von bisher 2,20 auf 3 DM je Tonne gestatten, weshalb er zum Preis von 11 DM kommt.