In Belgien ist der Direktor einer Baufirma, Baron Antoine Allard, von seinem Posten zurückgetreten, weil diese zur Zeit mit der amerikanischen Luftwaffe über Bauaufträge für Flugplätze verhandelt. Baron Allard erklärte, er sei aus der Firma ausgeschieden, weil derartige Aufträge mit der Tätigkeit der Krupp-Werke zwischen den beiden Weltkriegen vergleichbar seien und als Vorbereitung zum Kriege angesehen werden könnten.

Wenn diese Auslegung der Nürnberger Urteile durch Baron Allard, der sich als aktiver Katholik und Pazifist bezeichnet, Schule macht, dann werden die Bolschewisten viel erreicht haben. Denn man kann zwar im Westen unter Bezugnahme auf Nürnberg demissionieren und „Ohne mich“ sagen, nicht aber im Sowjetbereich, wo Rüstung wie jede andere Betätigung „im Dienste des Friedens“ steht und wo einer, der wegen einer späteren Strafe nicht mitmacht, diese Strafe sogleich erleidet. Daran hat aber in Nürnberg niemand gedacht, außer den Russen, die den amerikanischen Anklägern Beifall klatschten, die Urteile aber stets zu mild fanden. Sie wußten, warum. H. A.