Eine Woche der Tapete findet vom 22. bis 30. März im gesamten Bundesgebiet statt, sie steht unter dem Motto: einmal die Tapete wechseln Eine Tagung des Verbandes deutscher Tapetenfabrikanten befaßte sich in Garmisch-Partenkirchen unter Leitung van Verbandspräsident Dr. Rasch mit den Aufgaben dieser Aktion, die die breiteste Öffentlichkeit für die Wohnkultur der Tapete interessieren soll. Man will bei dieser Gelegenheit auch Bayern für die Tapete „erobern“. Die deutsche Tapetenindustrie, die vor allem im Rheinland, Ruhrgebiet und Westfalen beheimatet ist, umfaßt 36 Fabriken mit einer Jahresproduktion von gegenwärtig 60 Mill. Rollen gegenüber 100 Mill. vor dem Krieg. In Bayern befindet sich in Rosenheim-Kleinholzhausen eine Forschungs- und Nachrichtenstelle der deutschen Tapetenindustrie. Als einziges seiner Art wird in Kassel ein Tapetenmuseum unterhalten. – Die Industrie zieht für ihre Entwürfe namhafte Künstler des In- und Auslandes heran, aber auch jüngere Nachwuchskräfte werden beschäftigt. An der Münchner Kunsthochschule entwickelte Prof. Hillebrandt (München) Entwürfe, die auf den amerikanischen Geschmack großen Einfluß hatten. Der Tapetenverbrauch liegt in den USA auf den Kopf der Bevölkerung dreimal so hoch als in Deutschland. Die ausländischen Märkte wieder zu erobern, gestaltet sich sehr schwierig. Neben der Schweiz, die früher 75 v. H. ihres Bedarfes aus Deutschland deckte, kommen vor allem Belgien, Luxemburg und südamerikanische Staaten in Frage. Ende Mai soll eine Tagung der europäischen Tapetenindustrie in Baden-Baden abgehalten werden. H.K.