Hamburg hat im Sommer des letzten Jahres den „Fall Montesa“ erlebt, als ein unter der Panamaflagge fahrender Dampfer daran gehindert wurde, ostdeutsches Ladegut, das für China bestimmt war, an Bord zu nehmen. Einige Zeit später hat die Regierung von Panama in einem umfänglichen Dekret festgelegt, daß allen ihren Schiffen das Anlaufen chinesischer und benachbarter Häfen strikt verboten sei. Man weiß aber, nach amerikanischen Quellen und nach dem Lloyd’s Shipping Index, daß im Jahre 1951 rund 80 Schiffe der Panamaflotte nach den verschiedenen. Chinahäfen gefahren sind; außerdem weist die Statistik – den reinen Küstenverkehr sowie die Fahrt zwischen den Häfen in Nord- und Südchina nicht gerechnet – 40 britische, 25 griechische, 10 skandinavische, 7 liberianische und 3 italienische Schiffe aus, die in Chinahäfen gelöscht und geladen haben. Der Generalkonsul von Panama, mit dem Sitz in Hamburg, der vom „Ostasiatischen Verein“ höflich befragt worden war, wie die Tatsache des regen panamaischen Schiffsverkehrs in chinesischen Häfen mit dem strikten Verbot seiner Regierung in Einklang zu bringen sein könnte, antwortete ziemlich verzweifelt: damit habe er persönlich nichts zu tun – aber man könne versichert sein, daß die Regierung seines Landes „entsprechende Schritte“ unternehmen werde. Als Ergebnis bleibt, daß Schiffe mit Panamaflagge von überall her nach chinesischen Häfen fahren können, ausgenommen nur von westdeutschen Häfen. Und ferner: daß ein reger Verkehr nach China auch unter anderen Flaggen unterhalten wird, ohne daß – wie es im Falle der „Mai Rickmers“ geschah – die Konsequenzen daraus gezogen werden, während deutsche Schiffe eben noch immer keine Fahrtgenehmigung erhalten. Da fehlt es also an der Gleichberechtigung, und das erscheint uns ärgerlich und – unzeitgemäß. G. K.