Zwischen den zuständigen Bundesministerien – Wirtschaft und Landwirtschaft – haben Besprechungen darüber begonnen, wie man auf dem Holzmarkt wieder reguläre Verhältnisse schaffen kann.

Der im Oktober eingeleitete Versuch, mit Hilfe von Angemessenheitspreisen den Holzmarkt zu stabilisieren, hat eine Marktspaltung nicht verändern können. Die Krise scheint sich so zugespitzt zu haben, daß in nächster Zeit der Forstwirtschaftsrat vor dem Problem stehen wird: völlige Freigabe der Preise, oder Rückkehr zur Zwangsbewirtschaftung. Benachteiligt fühlen sich die Staatsforsten, die sich an die Richtlinien „alten und befürchten, die geringeren Preise der Landesforstverwaltungen kommen mehr dem Holzhandel zugute als dem Verbraucher. Es sei edenfalls hier eine Situation entstanden, die die Forstbeamten beim Holzverkauf kaum mehr neistern könnten.

Besonders ungünstig liegen Angebot und Nachrage bei Nadelstammholz mit einem Anemessenheitspreis von 180 v. H. der Meßzahl diese Meßzahlen entstanden 1948 und bedeuten keinen Vergleich mit Vorkriegspreisen) je fm, während den Privatforsten 220 bis 250 v. H. geboten werden. Am stärksten sind die Grubenholz-Vorräte geschrumpft. Hier“ liegt der Angemessenheitspreis bei 160 v. H. der Meßzahl, während tatsächlich bis zu 200 v. H. gefordert und bezahlt werden. Der im Oktober vereinbarte Unterschied von 20 v. H. der Meßzahlen zwischen Nadelstammholz und Grubenholz wird mit als eine der Ursachen für den Engpaß angesehen, da es sich hier im wesentlichen um die gleiche Qualität handelt. Trotz dieses Preisauftriebs liegt aber der Inlandpreis noch weit unter dem Importpreis; ein fm kanadischen Grubenholzes stellt sich z. Z. frei Zeche auf 170 DM; der Inlandpreis beträgt 80–90 DM. Von den Zechen ist bereits geäußert worden, daß man einer Preisfreigabe nicht mehr ablehnend gegenüberstehe, um überhaupt einen Ausweg zu finden.

Bei Buchenholz besteht zwar auch eine Übernachfrage, doch nicht so stark wie bei Nadelholz. Hier sind die Preise bereits seit Oktober ungebunden und auch stärker als bei anderen Sorten angestiegen, bei A-Holz auf 350 v. H. der Meßzahl, bei B-Holz auf 200 v. H. und bei dem vornehmlich von Sperrholzwerken abgenommenen Schälholz auf 250 v. H.

Eine Freigabe der Holzpreise würde einen echten Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage schaffen, was die holzverarbeitende Wirtschaft zu äußerster Rationalisierung zwingen müßte. Infolge der jahrelang gebundenen Holzpreise ist nämlich ein verzerrtes Verhältnis zwischen Rohstoffanfall und Verarbeitungsindustrie (oder Bedarf!) entstanden, das mit jedem Jahr des sich normalisierenden Holzeinschlags deutlicher wird. Der Holzeinschlag im Bundesgebiet ist von 51,5 Mill. fm in 1947 auf 28,2 Mill. fm im vergangenen Jahre zurückgegangen. Da dieser Einschlag immer noch erheblich über der nachhaltigen Nutzung liegt, ist für 1952 ein Rückgang auf 22 Mill. fm vorgesehen.

Im Forstwirtschaftsjahr 1951 standen der deutschen Wirtschaft (einschl. Export) insgesamt 26,7 Mill. fm Rohholz mit Rinde zur Verfügung, gegenüber dem Vorjahre (27,4 Mill. fm) eine Verminderung um 2,6 v. H. Der Anteil der Einfuhr an der Rohholzversorgung ist zwar in der gleichen Zeit von 2,4 auf 4,5 v. H. gestiegen, die Rohholzausfuhr dafür stark von 0,8 Mill. auf 0,2 Mill. fm zurückgegangen, so daß für den innerdeutschen Verbrauch (einschl. Export von Holzerzeugnissen) fast die gleiche Menge wie 1950 zur Verfügung stand. Vom Stammholz haben die Sägewerke mit 11,3 Mill. fm weitaus den größten Teil aufgenommen. Der Rest verteilte sich auf Sperrholzwerke mit 6,1 v. H., Furnierwerke 1,9 v. H., Schwellenherstellung 4,2 v. H., Mastenherstellung 1,6 v. H. und sonstige Rundholzverbraucher 3,2 v. H.

Für das laufende Jahr rechnet man bei Stammholz wieder wie 1951 mit einer Überschreitung des Einschlagplanes um bis zu 10 v. H. (die Staatsforsten halten sich im großen und ganzen an den Plan; über den Einschlag in der Privatforstwirtschaft gehen die Auffassungen auseinander: die einen meinen, er werde jetzt gleich viel wie im Vorjahr geschlagen, die anderen halten eine Verminderung für wahrscheinlich). Ein Rückgang der heimischen Schnittholzproduktion von 9,06 Mill. auf 8,5 Mill. cbm wird erwartet. Günstiger werden die Aussichten für die Schnittholzeinfuhr beurteilt, wobei bereits erfolgte Ausschreibungen von 17 Mill. $ für Einfuhren aus Schweden und Österreich und die handelsvertragliche Vereinbarung einer Einfuhr von 125 000 Standards Weichholz aus Schweden einen guten Anfang bilden.

Ein wirksamer Preisdruck durch die Einhaltung der Angemessenheitspreise bei den Staatsforsten ist unwahrscheinlich, weil in ihrem Besitz sich nur 30 v. H. der Forsten befinden, gegen 42 v. H. in privaten Händen (insgesamt gibt es 796 000 Waldbesitzer), der Rest gehört den Körperschaften. Obendrein ist durch die Einhaltung des Solls bei den Staatsforsten gerade von dieser preisgünstigeren Seite nur ein begrenztes Angebot zu erwarten. K. D.