Die 2400 gemeinnützigen Wohnungsunternehmen haben im vergangenen Jahr 151 611 Wohnungen gebaut; damit erreicht ihr Anteil am gesamten Wohnungsbau 43 v. H., während die 300 000 im Rahmen des sog. sozialen Wohnungsbaues erstellten Einheiten zur Hälfte von den gemeinnützigen Unternehmen gebaut wurden.

Wie Dr. Brecht vom Gesamtverband Gemeinnütziger Wohnungsunternehmen in Köln mitteilte, sei die Zahl der „Baubeginne“ (von 176 000 im Jahr 1950 auf 137 000 in 1951) wie auch die Zahl der „Bauüberhänge“ zurückgegangen. Zwar düfte das Gesamtergebnis des Jahres 1952 noch durchaus befriedigend werden, da die Überhänge noch immer eine gewisse Reserve bilden, aber die Tendenz sei rückläufig, vor allem wegen der späten Bereitstellung der öffentlichen Gelder. Die Baustoffbeschaffung habe im vergangenen Jahr bereits erhebliche Schwierigkeiten gebracht. Die Prognose für 1952 lautetnach den Zahlen der beiden ersten Monate nicht günstig: es sind in diesem Jahr nur 11 500 Wohnungen gegenüber 17 600 im vergangenen Jahr während der Monate Januar und Februar bei den gemeinnützigen Unternehmen in Arbeit gewesen. Unter günstigen Voraussetzungen könne es gelingen, auch in diesem Jahr wieder 300 000 Einheiten im Rahmen des sozialen Wohnungsbaues zu erstellen. Dazu ist erforderlich, daß die Lücke von 1 Mrd. DM in der öffentlichen Finanzierung geschlossen wird und die Verteidigungsaufgaben den Wohnungsbau nicht hemmen. um.

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Es ist nicht recht deutlich, worauf diese offenbar gewollt pessimistische Prognose der „Gemeinnützigen“ abzielt. Angesichts der Witterungsverhältnisse im Januar und Februar dieses Jahres, verglichen mit denjenigen von 1951, dürfte klar sein, daß die Bautätigkeit nicht den Vorjahrsstand erreichen konnte. Wenn die Beschaffung von Baustoffen 1951 zunehmends schwieriger geworden ist, so lassen sich daraus kaum pessimistische Schlußfolgerungen für die neue Saison ableiten, in der, wie wir aus den Berichten des Bundeswirtschaftsministeriums und speziell der Bank deutscher Länder wissen, die Produktion recht gut angelaufen ist. Daß an die Stelle der „öffentlichen Finanzierung“ mehr und mehr die reguläre Finanzierung über den Kapitalmarkt treten muß, dürfte auch den „Gemeinnützigen“ klar sein; der Übergang zu einem marktgerechten Zins wird sicherlich hinreichende Mittel verfüglich machen. Ganz unverständlich ist die Andeutung, daß die Erfüllung von Verteidigungsaufgaben möglicherweise den Wohnungsbau „hemmen“ könnte, da ja die Finanzier rung aus völlig verschiedenen „Töpfen“ erfolgt und außerdem ein erheblicher (und wachsender) Teil der für den Verteidigungsbeitrag aufzuwendenden Mittel dem Bau von Unterkünften und Wohnungen dienen wird, also die Wohnungslage entspannt. G. K.