Die Nordwestdeutsche KraftwerkeAG., Hamburg, begibt 13,5 Mill. DM 6 1/2prozentige Wandelschuldverschreibungen. Diese Wandelanleihe dient zur Finanzierung von Erweiterungsbauten der Kraftwerke und der Verteilungsanlagen. Das Versorgungsgebiet des Unternehmens umfaßt das nordwestdeutsche Gebiet von der holländischen Grenze bis zur Grenze der sowjetischen Besatzungszone. Bei der Währungsumstellung wurde das Grundkapital 1:1,5 von 18 auf 27 Mill. DM aufgestockt und für das Geschäftsjahr 1949/50 eine Dividende von 4 v. H. gezahlt. Für das Geschäftsjahr 1950/51 ist eine Dividendenausschüttung in gleicher Höhe vorgesehen. Die Wandelanleihe, deren Schuldverschreibungen zum Kurse von 100 v. H. zum freihändigen Verkauf gestellt werden, hat eine Laufzeit von 15 1/2 Jahren. Wir verweisen auf die in der heutigen Ausgabe veröffentlichte Bekanntmachung.

Ast der HV. der Gladbacher Wollindustrie AG., vormals L. Josten, München-Gladbach, die eine Dividende von 6 v. H. festsetzte, beschäftigte sich der AR.-Vorsitzende, Bankier Pferdmenges (Köln), mit der Situation der westdeutschen Textilwirtschaft und wies darauf: hin, daß die Käuferzurückhaltung infolge der starken. Preisschwankungen erhebliche Betriebseinschränkungen. in allen europäischen Ländern und auch in den USA notwendig machten. In Deutschland habe die Steuerpolitik das Polster der guten Konjunkturlage weg. gesteuert, so daß Folgen, für die Liquidität und die Kreditseite nicht ausbleiben könnten. Das Nachsuchen einer Aachener Tuchfabrik um einen Vergleich sei ein Zeichen dafür, daß die Direktbesteuerung ein auf die Dauer untragbares Ausmaß angenommen habe. Der AS.-Vorsitzende sprach den Wunsch: aus, daß auch der Einzelhandel zur Erleichterung der Situation seine Preise den jetzigen Rohstoff- und Produktionspreisen anpassen sollte.

Die Elektrizitäts-Aktiengesellschaft vorm. W. Lahmeyer & Co., Frankfurt a. M., schloß das Geschäftsjahr 1950/51 (30. Juni) – alle Werte in Mill. DM; Vorjahreszahlen in Klammern –, Bei einem Rohertrag von 6,04 (5,66) und 1,46 (1,31) Beteiligungserträgen nach 0,67 (0,98) Abschreibungen mit einem Reingewinn von 0,95 (0,88). Einschließlich. Gewinnvortrag stehen 1,06 Mill. DM zur Verfügung, woraus, der Hauptversammlung am 2. April vorgeschlagen wird, eine auf eh v. H. (4) erhöhte Dividende auf das 22 Mill. DM betragende Grundkapital zu verteilen und 71 445 DM vorzutragen. Die Beteiligung an der Großkraftwerk Württemberg AG., Ludwigsburg, wurde zum Buchwert veräußert.

Das 54. Geschäftsjahr der Elektrische Licht- und Kraftanlagen AG. Köln, schließt zum 30. Juni 1951 zuzüglich eines kleinen Gewinnvortrages aus 1949/50 mit einem Gewinn von 0,435 Mill. DM, der auf neue Rechnung vorgetragen wurde. Bei einem AK von 20 Mill. betragen die gesetzlichen Rücklagen und eine Sonderrücklage zusammen 11,4 Mill. DM. Dem steht ein Anlagevermögen von 32 Mill. gegenüber, wovon 30,99 Mill. Beteiligungen im Bundesgebiet und in West-Berlin darstellen.

Die HV. der Braunkohle-Benzin AG., Berlin, beschloß gegen die Stimmen der Deutsche Erdöl AG. die Umstellung des AK. 1:1 auf 150 Mill. DM unter Einsetzung eines Kapitalverlustkontos von rund 174 Mill. DM. Die Höhe dieses Kontos läßt die großen Substanzverluste erkennen; die durch die Beschlagnahme der in der Sowjetzone liegenden Hydrierwerke Bohlen, Magdeburg und Zeitz sowie die Demontage des Synthesewerkes. Schwarzheide bei Senftenberg (Niederlausitz) entstanden sind. Sie werden auf über 600 Mill. geschätzt, wozu noch. 300 Mill. Forderungen aus Kriegsschäden und dem Garantievertrag mit dem „Reich“ kommen. Beide Posten sind mit je 1 DM verbucht. Die im Westen verbliebenen Substanzwerte sind mit rund 2 Mill. DM aktiviert Dem Umlaufvermögen (Forderungen und Bankguthaben) von 1,5 Mill. DM stehen 14,5 Mill. DM langfristige und 13,7 Mill. DM mittel- und kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber. Der neugewählte AR. besteht aus Geheimrat Gustav Brecht, Bad Wiessee, Dr. Hellberg, Köln, Dr. Müller von Blumencron und Erich Meissner, Wesseling, Direktor Walter Veiel, Bad Salzdetfurth, Dr. Konrad Platschek, Köln, und Dr. Walter Schmidt, Frankfurt (Main). In der HV. der Bayerischen Braunkohlen-Industrie AG., Schwandorf, wurde eine Erhöhung des AK. um 5,68 Mill. DM auf 10 Mill. DM durch Umwandlung eines Teiles der von der Bayernwerk AG., München., gegebenen Darlehen in Aktienkapital beschlossen. Die Rohkohlenförderung erreichte mit 1,822 Mill. t (Vorjahr: 1,387 Mill. t) den höchsten Stand seit Bestehen des Unternehmens. Die Briketterzeugung stieg auf 116 978 t (Vorjahr: 113 241 t). Der Belegschaftsstand erhöhte sich von 1304 auf 1377. Das Geschäftsjahr 1950/51 schließt ab mit einem Gewinn von 358 989, 88 DM, der zur Abdeckung der Verluste in 1948/49 und 1949/50 verwendet wird. Der Rest (10186,59 DM) wurde auf neue Rechnung vorgetragen. In den letzten Jahren ist das Braunkohlendampfkraftwerk Schwandorf der Bayernwerk AG., dessen Kohlebasis die Braunkohlengrube Wackersdorf der Bayer. Braunkohlen-Industrie AG. darstellt, wesentlich erweitert worden. Zur Zeit wird eine weitere Maschine von 40 000 kW aufgestellt, wodurch die installierte Leistung auf 118 000 kW anwächst. Mit der Erweiterung ergab sich die Notwendigkeit, auch die Kohlenbasis durch Aufschluß zu verbessern.

Die HV. der Tonwarenfabrik Schwandorf verabschiedete den Abschluß bis 30. September 1951. Aus dem Reingewinn von 122 514 DM einschl. Vortrag wurden 6 v. H. Dividende auf 1,6 Mill. DM Stammaktien beschlossen, 22 474 DM auf neue Rechnung vorgetragen. Auftragslage und Beschäftigung lassen im laufenden Geschäftsjahr wieder auf befriedigenden Verlauf hoffen.

Henschel & Sohn GmbH., Kassel. Der diesjährige Genfer Salon vermittelt wieder einen sehr guten Querschnitt durch das, Kraftwagenangebot und die Leistungsfähigkeit der bedeutenden Automobilfirmen der Welt. Von den deutschen Firmen beteiligt sich die Henschel & Sohn GmbH., Kassel, mit einem Teil ihrer Produktion. Besonderes Interesse dürfte sich einem allrad-angetriebenen, geländegängigen mittelschweren Lastwagen, vom Typ US 100 A zuwenden. Weiter zeigt Henschel Einbau-Dieselmotoren: den 140-PS-Motor vom Typ 513 DC und den bereits bekannten 95-PS-Dieselmotor 512 DG für Fahrzeuge der 3. bis 5-t-Klasse. Der Schwerlastwagen HS 140 steht Interessenten für Probefahrten zur Verfügung. Wie auch beim HS 100 wird dieses Fahrzeug neben der Normalausführung als Lastwagen, als Omnibus und Sattelschlepper geliefert.