Um den Gewinn der Exporteure aus switchOperationen zumindest zu legalisieren, damit die Dollars in Deutschland anfallen, überlegt die Notenbank, wie sie- einen Dollar Bonus (auch wenq sie ihn nicht so nennt) gestalten kann. Was bisher ventiliert wird, ist eine Gutschrift von 40 v. H des Dollarerlöses, die gehandelt werden darf. Der (kaufende) Importeur wird gern ejn Aufgeld zahlen, weil er mit Hilfe dieses Dollar Papiers in der Lage ist, knappe DollarWaren einzukaufen, die (vielfach) billiger sind als Güter aus anderen Währungsbereichen. Und damit sich der Importeur nicht — wie beim letzten Dollar Bonus unseligen Angedenkens — auf Nylons oder Cadillacs stürzt, sollen diese Dollar Gutschriften nur für wenige Waren, vorwiegend Rohstoffe, verwendet werden dürfen, für die man jeweils Ausschreibungen veranstalten will. Entsprechend dieser Methode heißt d~as Kind somit nicht Dollar Bonus, sondern "Sonderantragsrecht für Einfuhren".

Wird damit der Erfolg gesichert? Gleicht man damit die vielfältigen Doll>ardrive Bemühungen anderer Länder aus? Man stelle sich nur den Gang der Dinge vor: die Gutschrift erhält der Exporteur erst, wenn der Erlös eingegangen ist. Vorher muß er aber, da ja einem Auftrag die Offerte vorangegangen sein muß, die Gutschrift aus dem DollarrErlös einkalkuliert haben. Das ""kann er nur, wenn das Aufgeld, was er aus der Gutschrift erhalten wird, wenn er sie verkauft, in etwa einen Marktpreis hat und nicht ständig schwankt. Der Preis der Prämie muß aber schwanken und kann kein Marktpreis sein, weil der Importeur der die Prämie kauft, nicht weiß, wie weit er mit seinen Aufgeld Zugeständnissen gehen kann. Der Baumwollimporteur beispielsweise, der die zeitlich begrenzte Gutschrift erworben hat, muß nämlich darauf spekulieren, "daß während der Gültigkeit des Dollar Papiers eine Ausschreibung in diesen Waren erfolgt. Erfolgt sie nicht, verfällt das Papier. Und weitergeben kann er es awch nicht, denn der Bonus ist nicht frei, sondern nur einmal handelbar. Und dann besteht eine verschiedene Wertigkeit, also Mangellage der Güter, die auf den Bonus eingekauft werden können. Damit ist das Aufgeld, das ein Importeur vielleicht zu zahlen bereit ist, unterschiedlich hoch: ein Marktpreis kann sich — wiederum — nicht bilden. Das alles verleiht den deutschen Methoden keine Sicherheit, die aber nach wie vor in den Ländern gegeben ist, die mit ihrem Bonus, der einen Marktpreis hat, eine sichere Prämie garantieren können. Man müßte schon, will man mit den Norwegern, Holländern, Schweizern und Schweden (praktisch switchen alle OEEC Staaten) "gleich ziehen", den Bonus frei handeln können, aiuf daß sich ein Marktpreis für das Aufgeld herausbilde. Zumindest sollte die Bank deutscher Länder rechtzeitig bekanntgegeben, welche Sonderantragsrecht Einfuhren sie vorgesehen hat, damit dem Importeur zur Feststellung seiner Aufgeld Zugeständnisse eine Mischrechnung aus den Waren verschiedener Wertigkeit, die zum Import heranstehen, möglich wird. Im Bundeswirtschaftsministerium wird hierüber beraten; man scheint zu Zugeständnissen bereit. Daß beispielsweise Außenhandelsbanken zu Trägern von Einfuhranrechten werden können (so der lezte Entwurf), scheint darauf hinzudeuten, daß man doch zum Markt (Termin )Preis für die Prämie finden will. Die Debatten aber, die da stattfinden, lassen erkennen, daß die Behörden sich an kaufmännisches Denken nur schwer gewöhnen können. Doch kaufmännisch muß man schon denken, wenn man mit alten Handelsjiationen wie den Holländern mithalten will . Außerdem soll man doch nicht vergessen, daß "der Leiter dieser Behörde, Prof. Erhard, gedanklich schon wieder einen Schritt über den Doilarbonus, der da kommen soll, hinausgegangen, ist. Er hat die Devisenzwangswirtschaft in toto für "abbaureif" erklärt — nicht ganz ohne Grund. Man braucht sich nämlich nur vorzustellen, daß gegenwärtig die D Mark an den freien Märkten nur um 10 bis 20 v. H niedriger alsähre offizielle Parität bewertet wird. Die Mischung aus Zwangspreis und freiem Preis wird eine exportfördernde und importdämpfende, "echt" freie Unterbewertung von vielleicht 5 bis 6 v. H gegenüber der gegenwärtigen offiziellen Parität bedeuten. Wenn also der Minister schon einen Schritt weiter ist, dann sollte als erste Vorbereitung hierfür die Dollarprämie großzügig angelegt werden.

Halbe Maßnahmen nützen nichts. Dafür hat sich der switch überall, nur nicht bei uns, allzu stark durchsetzt Übrigens: was switch ist, haben wir vor, einigen Wochen erst ausführlich geschildert ("Dollar Drive nach holländischem Vorbild", in Nr. 8 der "Zeit"). Es wird gebeten, dort nachzulesen. W n,