In einem Punkt hat der Bundesverkehrsminister bei seiner „Einführungsansprache“ vor dem neugebildeten Verwaltungsrat der Bundesbahn ohne Zweifel dem Wunsche der breiten Öffentlichkeit entsprochen: nämlich, als er allen, die beim Wiederaufbau dieses wichtigsten deutschen Verkehrsträgers bisher beteiligt waren, nun, da eine neue Grundlage geschaffen sei, den Dank aussprach. Er nannte dabei auch die inzwischen ausgeschiedenen Dr. lag. e. h. Leibbrand, Eugen Fischer und Dr. Fritz Busch (daß Dorpmüller auch noch mitgewirkt hat, übersah er offensichtlich). Er würdigte ferner die Verdienste der gegenwärtigen Generaldirektoren Dr. Ing. e. h. Helberg (Offenbach) und Dipl.-Ing. Bauer (Speyer) – nicht zuletzt aber die Leistungen der großen Zahl „fleißiger, tüchtiger und treuer Mitarbeiter des Unternehmens, vom einfachen Arbeiter auf der Strecke und im Eisenbahnausbesserungswerk, bis zu den engsten Mitarbeitern der leitenden Männer“. Es bleibe das Verdienst des deutschen Eisenbahners, wenn trotz der unendlich vielen Hemmnisse auf personellem, technischem und finanziellem Gebiet im Aufbau des Unternehmens der Stand erreicht worden ist, den wir heute bewundern können.

Soweit sind alle diesmal mit dem Bundesverkehrsminister wirklich einer Meinung. Leider scheint es uns aber ein Rückfall in die Hitlersche Terminologie zu sein, wenn er, mit auffälliger Betonung und besonderer Ausführlichkeit den Staatssekretär seines Ministeriums rühmend, die Formulierung fand: „Seine Verdienste um diesen Wiederaufbau sind wirklich einmalig“. Nun, wir haben von dieser „Einmaligkeit“ allerdings eine andere Auffassung und fanden sie in unseren langjährigen Bemühungen, ein objektives Bild von den Leistungen des Verkehrsministieriums zu gewinnen, leider bestätigt. Vermutlich aber wollte Minister Seebohm mit seiner lobenden Formulierung nicht auf die bekannte Entschlußlosigkeit seines ersten Mitarbeiters anspielen. Immerhin freuen wir uns, daß er mit seinem Staatssekretär einig ist. Die Frage eitler Neubesetzung des Staatssekretariats, etwa wegen einer anderweitigen Verwendung des gegenwärtigen Staatssekretärs, dürfte deshalb wohl nicht akut sein... –e.