Die Lage auf den Weltmärkten ist bereits seit Monaten durch erschwerten Absatz und erleichterte Bezugsmöglichkeiten gekennzeichnet. Damit werden handelspolitische Maßnahmen zur Exportförderung wieder dringlicher, Die steuerliche Exportförderung scheint nicht mehr auszureichen, und man erwägt, sie durch eine weitreichende währungspolitische Maßnahme zu ergänzen. Es scheint dies um so notwendiger, als Nachbarstaaten, die so verfahren, sich dank ihrer hohen Devisenboni in den deutschen Export einschalten konnten. Wegen der großzügigen Exportförderungsmaßnahmen der Niederlande wird ja ein Teil des deutschen Dollarexports auf den Umweg über Holland verwiesen; er verschafft dort holländischen Transithändlern beachtliche Zwischengewinne.

Bei uns ist die währungspolitische Exportförderung nur mehr in Rudimenten vorhanden. Der Devisenbetriebsfonds kann ja kaum als exportfördernd bezeichnet werden; er ist lediglich exportsichernd und verliert eigentlich in dem Maße seine Existenzberechtigung, wie (durch die Liberalisierung und die Entspannung am Weltmarkt) die Versorgung mit Importgütern für die Exportproduktion auf anderen Wegen ebenso leicht, dabei aber weniger kompliziert, möglich ist.

Westdeutschland hat vor seiner Entliberalisierungs-Periode im Jahre 1951 bereits mit schärferen währungspolitischen Exportförderungsmitteln Erfahrungen sammeln können, als es der Devisenbetriebsfonds ist. Diesem ging ja der „verwendungsbeschränkte Dollarbonus“ und jenem wiederum der „nicht - verwendungsbeschränkte Dollarbonus“ voraus. – Der Dollarbonus ist eigentlich lediglich eine besondere Art von Importverfahren. Die Besonderheit besteht darin, daß hier der Import vom erfolgreichen Export abhängig gemacht wird. Entsprechend zerfällt dieser Import in zwei Akte:

1. Devisengutschrift bei erfolgreichem Export,

2. Nutzung dieser Gutschrift. Der Dollarbonus ist um so reizvoller und der Exportanreiz um so größer, nicht nur je höher die Bonusgutschrift ist, sondern auch je freier die Gutschrift genutzt werden kann. Folgende Möglichkeiten lassen sich danach unterscheiden.

A) Freihandelbarer Bonus:

1. nicht verwendungsbeschränkt,