Carl Zuckmayer: Eine Liebesgeschichte. (S. Fischer Verlag, Frankfurt a. M.: 82 S., Leinen 6,80 DM.)

Dies kleine Meisterwerk Zuckmayers wurde bei seinem Erscheinen 1934 sogleich von der Verbotswelle ergriffen. Viele werden es erst jetzt kennenlernen, nachdem die Welt des preußischen Offizierskorps, dessen menschenbildende und -verbildende Kräfte den Dichter damals beschäftigten, eingestürzt ist. Aber auch heute noch wird der so scharf gesehene und dichterisch rein dargestellte Konflikt zwischen Ordnung und Herz packen.

Wilhelm Speyer: Der Hof der schönen Mädchen. Ronan aus dem Jahr 1805. (Kiepenbücher, Köln und Amsterdam; 383 S., Leinen 5,80 DM.)

In der hohen Politik spielt die Liebe heute keine Rolle mehr. Speyers Roman leuchtet eine Zeit aus, in der es anders war. Die politischen und die amourösen Fäden verweben sich in dem mitteldeutschen Herzogtum, das zwischen Napoleon I. und seinen Gegnern optieren muß, zu bunten Situationsbildern.

F. E. Sillanpää: Sonne des Lebens. Roman. (übertragen von Edzard Schaper, Verlag der Arche, Zürich und Nymphenburger Verlagsbuchhandlung, München, 292 S.)

Kurz vor dem Verdämmern in geistiger Umnachtung schrieb der finnische Nobelpreisträger diesen von Schaper mit dichterischer Kraft übersetzten Liebesroman eines Bauernburschen, dem die Wahl zwischen zwei Mädchen schwer wird. Atem und Ton des großen Erzählers schwingen in jedem Bild.

Béla Just: Der Mondfischer. Roman. (Aus dem Französischen übertragen von Dr. René Michel, Verlag Glock & Lutz, Nürnberg; 216 S.)