M. D., Kairo Ende März

Von der letztjährigen Baumwollernte liegen noch große Mengen (wahrscheinlich gut die Hälfte der Ernte ausmachend) unverkauft im Lande. Die Wafd-Regierung hatte auf ein Andauern der Haussetendenz spekuliert; sie hatte auch im Lande selbst, zu imaginären Preisen – wie sich nun herausstellt – Ware eingekauft und damit die Ausfuhr praktisch inhibiert, obwohl 85 v. H. des Gesamtwerts der ägyptischen Exporte von der Baumwolle getragen werden. Seitdem die Weltmarkttendenz flau geworden ist, besteht völlige Unklarheit darüber, was nun weiter geschehen könne. Neuerdings hat die Regierung verfügt, daß bis zum 5. April sämtliche Kontrakte abgewickelt werden müßten, und zwar zu Preisen, die 20 v. H. unter dem bisherigen Stand liegen; nach Ansicht von Fachleuten sind aber auch die neuen Preise noch um etwa 20 v. H. überhöht. Im Termingeschäft wären also jetzt zahllose Engagements glattzustellen – aber niemand will Ware aufnehmen und kaum jemand ist in der Lage, zu zahlen; Man rechnet, daß allein auf den Regierungskäufen ein Verlust von 30 Mill. Pfund ruht. Wahrscheinlich wird die Exportsteuer, die 20 v. H. des Warenwertes ausmacht, gesenkt werden müssen.