Unter den vielen Beweisen der Verehrung; die dem schwedischen König Gustav Adolf VI. während seines Staatsbesuches in Dänemark – des ersten nach seinem Regierungsantritt – am 27. März zuteil werden, dürfte ihn keine mehr erfreuen als jene, die nicht dem Monarchen, sondern dem Privatmann, dem Gelehrten gilt: es ist die Verleihung der goldenen Medaille durch die Kopenhagener Universität. Schon seit langen Jahren hat der 67jährige König als Archäologe und-Kunsthistoriker einen wohlbegründeten Ruf in der wissenschaftlichen Welt. „Wenn ich gewollt hätte, könnte ich Leiter des Nationalmuseums in Stockholm sein“, hat er einmal gesagt. Sicherlich ein Scherz. Aber ein Scherz mit realem Hintergrund, denn alle, die den König als Wissenschaftler kennen, zweifeln nicht daran, daß ihm eine große akademische Karriere beschieden gewesen wäre, hätte er sich für eine bürgerliche Existenz je entscheiden müssen. Schon in seinen ersten Studienjahren in Upsala zeigte der junge Prinz ein mehr als nur platonisches Verhältnis zur Wissenschaft. Zur Archäologie und Kunstgeschichte fühlte er sich besonders hingezogen. Ausgedehnte archäologische Expeditionen nach Griechenland und China gingen später auf seine Initiative zurück. Von Ausgrabungen auf Cypern im Jahre 1930, die Gustav Adolf leitete, gingen etwa 15 000 Ausgrabungsgegenstände in die Heimat.

An wissenschaftlichen Ehrungen ist Gustav Adolf reich: er ist Ehrendoktor vieler in- und ausländischer Universitäten und Inhaber der deutschen Winckelmann-Medaille. Übrigens bestimmt die Haltung des Wissenschaftlers in manchem seine Haltung als Monarch. Gedankenfreiheit – so erklärte er den Studenten im Lund – sei nicht nur die Grundlage für alle wissenschaftliche Tätigkeit, sondern für die Entwicklung der Menschheit. Engdahl Thygesen

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In dem langjährigen Restitutionsverfahren der Erben des bekannten Hamburger Verlagshauses Broschek & Co. ist nunmehr eine endgültige Entscheidung ergangen. Der vor einigen Jahren verstorbene letzte Inhaber dieses Verlages, Kurt Broschek, ist vollkommen rehabilitiert. Seinen Erben und seinem Bruder Albert Broschek gehört jetzt wieder die Majorität des Verlages.

Eine große Versteigerung von Handschriften, Inkunabeln, naturwissenschaftlichen Werken, Drucken und Atlanten sowie von Graphikhlättern und Handzeichnungen aus dem 16. bis 20. Jahrhundert findet am 28. und 29. März bei Hauswedell in Hamburg statt.