Da wird seit einem halben Jahr über einen Transitfonds beraten, um dem traditionellen Transitgeschäft der deutschen Seehäfenhändler wieder einmal Auftrieb zu geben. Technisch und politisch bestehen auch keinerlei Bedenken. Warum sollte sich Deutschland nicht wieder stärker in das Transitgeschäft, wie es früher üblich war und zu 90 v. H. in Hamburg und Bremen betrieben wurde, Richtung Skandinavien – Mittelmeer einschalten? Man ist sich auch schon über die Einzelheiten im klaren. Es soll dem Transithändler so lange sein Transitgewinn belassen werden, bis sich daraus ein Fonds gebildet hat, der für Transitgeschäfte, die „schnelle Geschäfte“ sind, Beweglichkeit erlaubt. Verdient ein Transithändler über diesen Satz – den man ruhig Fqnds nennen kann – hinaus weitere Devisen, so wären diese abzuliefern.

Soweit ist – alles klar. Offen ist nur, wer federführend wird. Soll es die Bank deutscher Länder sein? Soll sich das Bundeswirtschaftsministerium einschalten dürfen? Rein wirtschaftlich gesehen, ist das Transitgeschäft vom Verwaltungsstandpunkt aus allein eine Sache des Devisenverwalters, also der Bank deutscher Länder. Da aber wünscht das Bundesministerium (und darum geht es nun schon ein Vierteljahr), daß es eingeschaltet wird. Es will in jedem einzelnen Fall prüfen, ob durch Transitgeschäfte nicht dem deutschen Markt „irgendwelche knappe Waren verlorengehen“. Für diesen Wunsch kann man kein Verständnis aufbringen. Die Bank deutscher Länder ist selbst klug genug, um zu wissen, daß, wenn es sich um die Genehmigung für bestimmte Mangelgüter handelt, es besser ist, lieber einmal beim Bundeswirtschaftsministerium rückzufragen, ob dieses nicht besonderes Interesse an dieser oder jener Ware hat. Aus jedem einzelnen Fall aber einen Prüfungsfall zu machen, hieße, das Transitgeschäft, das seiner Natur nach ein Telefongeschäft ist, zu einem Papierkrieggeschäft werden zu lassen. Damit verdient man keine Transitdevisen! W-n.